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Projekte

5. Mai - Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Seit 24 Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland verschiedene Projekte, z. B. Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen. Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden.

 

Der BSK versucht jährlich, durch gezielte, teilweise von der Aktion Mensch geförderte Projekte, Aufmerksamkeit für diese Themen zu generieren. Es geht darum, sich gemeinsam für Gleichberechtigung stark zu machen.

Projektüberischt

2021

1) Ampelkartenaktion

Der BSK hat rote, gelbe und grüne Karten gedruckt und dazu aufgefordert, mit diesen Fotos zu machen.
Rot stand für nicht barrierefrei, gelb für halbwegs barrierefrei und grün für perfekt barrierefrei.

An dieser Aktion beteiligen sich auch Schüler*innen und Eltern. Obwohl sich die Hamburger Schulbehörde die Inklusion seit mehr als zehn Jahren auf die Fahne schreibt und die Stadtteilschule Bergedorf Schwerpunktschule u.a. für körperbehinderte Kinder und Jugendliche ist, fehlt im dreigeschossigen Mittelstufenhaus weiterhin ein Fahrstuhl.

Seit der Grundsanierung des Mittelstufenhauses 2018 setzen sich Schülersprecher und Elternrat der GSB für den nachträglichen Einbau eines Fahrstuhls ein. Die BSB betrachtet es als ausreichend, dass Klassenräume im Erdgeschoss des Mittelstufenhauses barrierefrei zugänglich sind. Allerdings: Dies entspricht nicht dem, was die UN-Behindertenrechtskonvention unter Barrierefreiheit versteht. Baulich barrierefrei ist eine Schule erst, wenn alle Schülerinnen und Schüler einen gleichberechtigten Zugang zu allen von ihnen genutzten Räumen haben.

Um die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, hat die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen im Februar 2019 eine Bauprüfdienst-Verordnung „Barrierefreies Bauen“ erlassen. Diese sieht vor, dass in Schulen alle Bereiche, die von Schülern genutzt werden, barrierefrei zu gestalten sind. Treppen sind „als einzige vertikale Verbindung unzulässig und müssen durch Aufzüge oder Rampen ersetzt werden.“

2) Inklusion macht fit!

Mit dem inklusiven Bewegungsangebot im Rahmen des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hat die Berliner Repräsentanz des BSK ins Schwarze getroffen: Über 150 Menschen mit und ohne Behinderung aus ganz Deutschland nahmen teil.

„Wann habe ich zum letzten Mal so viele verschiedene Bewegungen gemacht? Ich glaube, noch nie. Und es macht so viel Spaß!!!“, chattet eine Teilnehmerin gleich zu Beginn beim Zumba® -Kurs. An den drei Bewegungskursen, die jeweils 45 Minuten via Zoom übertragen wurden, konnte man sich je nach seinen eigenen körperlichen Fähigkeiten sportlich betätigen. Für Teilnehmer*innen mit Hörbehinderung wurden alle Beiträge untertitelt und von zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen übersetzt.

Den Start machte Zumba®-Trainerin Amelie Dubler. Sie nahm die Teilnehmer mit auf eine bunte und fröhliche Reise durch Südamerika. Vor jedem Lied erklärte sie zusätzlich den Ursprung und die Bedeutung der Musik bzw. des jeweiligen Songs, um den Teilnehmer:innen nicht nur die Musik, sondern auch einen Teil der Kultur näherzubringen.

In den nachfolgenden Kursen „Rückenschule“ und „Qigong“ mit Trainer Michael Schrick stand die Wahrnehmung des eigenen Körpers und die Förderung des Gleichklangs der Energieflüsse im Mittelpunkt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Julia Walter, Referentin für Barrierefreiheit und Andrea Fabris, Referentin für Gesundheits- und Sozialpolitik.

Vom großen Interesse an ihrer Veranstaltung waren beide begeistert: „Unser Ziel war ein barrierefreies, corona-konformes und inklusives Projekt, an dem alle teilnehmen können. Das ist uns gelungen“, betonte Andrea Fabris, Referentin für Gesundheits- und Sozialpolitik.

Zusammenfassung auf YouTube

2020

BSK-Livestream

Der Verband trat mit seinen verschiedenen Fachteams je eine Stunde in der FaceBook-Öffentlichkeit in Erscheinung und zeigte damit, dass er mehr als eine Stimme hat. Je ein Verantwortlicher der Fachteams Mobilität, barrierefreies Bauen, Tourismus und Gesundheit standen den Fragen des Moderators Peter Reichert sowie der Teilnehmenden live Rede und Antwort.

Themen für den Fachbereich Mobilität

- Bahnfahren in Deutschland + Probleme
- Flixbusfahren in Deutschland + Probleme + Möglichkeiten des Verbandes, bei der Beseitigung dieser Barrieren zu helfen
- Anschaffung neuer Nahverkehrszüge ohne Einbeziehen von Mobilitätseingeschränkten

Themen für den Fachbereich barrierefreies Bauen

- Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden als auch Wohnungen ist Mangelware
- Unterschied zwischen „barrierefrei“ und „uneingeschränkt nutzbar“ sowie Fehlangaben dieser Infos auf dem Wohnungsmarkt
→ Zuschauerkommentar: Ich habe drei Jahre auf eine barrierefreie Wohnung warten müssen! Wenn man im Rollstuhl sitzt und kaum raus kommt, waren die drei Jahre für mich wie eine Ewigkeit!
- Möglichkeiten für Privateigentümer
- Umbau von öffentlichen Plätzen ohne Einbeziehen von Mobilitätseingeschränkten
- Bauordnung durch ländereigene Regelungen nicht einheitlich sowie der Regel-Dschungel Gleischstellungsgesetz – Bauordnung – verschiedene DIN-Normen etc.

Themen für den Fachbereich Tourismus

- Fliegen mit dem E-Rolli + Probleme
→ Zuschauerkommentar: Man sollte von Seiten des BSK die Versicherungen anfragen, welche Versicherungen einen E-Rollstuhl speziell bei Flugreisen aufnehmen und die Kosten abklären.
- Wahl des geeigneten Urlaubsziels (Strand oder Action)
- Angebote von BSK-Reisen
- Reiseassistenz
→ Zuschauerfrage: Wer bezahlt die Assistenz?

Themen für den Fachbereich Gesundheit

- Rechtliche Vorgaben für barrierefreie Arztpraxen (Stichwort UN-BRK) + Möglichkeiten des Verbandes, bei der Beseitigung von Barrieren zu helfen
→ Zuschauerfrage: Bei Arztbesuch wurde Hilfe von Arzthelfer*innen verweigert, es wurde auf fehlenden Patientenlifter hingewiesen, ist das erlaubt?
- Tipps zu Hilfsmitteln allgemein, Antrag wo stellen, etc.
- Maskenpflicht

Alle am Stream Beteiligten wurden eingangs gefragt, wie sie die Corona-Krise erlebt haben. Der Konsens war die Angst, dass viele Erfolge in Sachen Barrierefreiheit jetzt auf der Strecke bleiben, schon allein durch die Abstandsregelung. Daher war der Online-Protest des BSK ein wichtiges Mittel, auf diese Probleme aufmerksam zu machen!

Livestream auf YouTube