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Ein besonderes Highlight im Vereinsjahr ist unser 5-Tages-Ausflug, den wir seit einigen Jahren gemeinsam mit der Augsburger Polio-Gruppe unternehmen. Dieses Mal führte uns die Reise ins Hotel Masatsch in Oberplanitzing, idyllisch eingebettet in Weinberge und hoch über dem Kalterer See gelegen – perfekter Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen.
Der Start in Bobingen und Augsburg erfolgte bei leichtem Regen, begleitet von der Hoffnung auf besseres Wetter. Zwischenstopp war in Garmisch an der Flugschanze, wo wir Zeit für eine kleine Leberkäs-Brotzeit hatten – wie immer großzügig gespendet von der Metzgerei Ihle in Bobingen. Die weitere Anreise verlief problemlos, und so konnten wir am späten Nachmittag unsere Zimmer im Hotel Masatsch beziehen. Ein spektakulärer Sonnenuntergang am Abend stimmte uns auf die kommenden Tage ein.
Am zweiten Tag stand die Fahrt auf die 1.680 m hohe Seiser Alm auf dem Programm. Die Fahrt bis zur Bahn bei herrlichem Wetter bot bereits beeindruckende Ausblicke auf die herbstlich gefärbten Wälder. Mit der Gondel ging es dann auf Europas größte Hochweide, wo uns ein grandioser Rundumblick auf schneebedeckte Berge erwartete. Besonders beeindruckend war der Schlern mit seinem Petz, Namensgeber unserer Gruppe. Schöne Wanderwege, gute Gastronomie und die Möglichkeit zu einer Kutschfahrt rundeten den Aufenthalt auf der Höhe ab.
Der dritte Tag war der Klangschalentherapie gewidmet. Anna Matteazzi brachte eine Vielzahl tibetischer Klangschalen, Gongs und weiterer Instrumente mit. Nach einer kurzen Einführung durften wir in ein Gong- und Klangbad eintauchen – eine heilsame Klangmassage, die Körper und Geist tief entspannen lässt, innere Ruhe schenkt und Spannungen auf sanfte Weise löst. Anschließend blieb bis zur Abfahrt zum Kalterer See Zeit zur freien Verfügung. Der See, der größte natürliche Badesee Südtirols, ist bekannt für seine angenehme Wassertemperatur und die umgebenden Weinberge sowie mediterrane Vegetation. Ob Spaziergang entlang des Ufers, Umrundung des Sees oder einfach den Ausblick bei einem Eis genießen – für jeden war etwas dabei. Am Abend folgte ein Spieleabend in der gemütlichen Zirbenstube.
Am vierten Tag war zunächst ein Besuch bei der GWB der Lebenshilfe in Bozen geplant, der jedoch kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel. Dank der Initiative von Gerda Fleig konnte stattdessen eine Stadtführung in Sterzing organisiert werden. Die Stadtführerin Monika Palla erwartete uns am Busbahnhof und führte uns ins historische Zentrum. Sterzing, nördlichste italienische Stadt und wie Augsburg eine ehemalige Fuggerstadt, beeindruckte mit ihrem Rathaus und den charmanten Gassen. Ein kleiner Aufzug zum Rathaussaal gab jedoch seinen Geist auf, sodass die Führung an dieser Stelle leider enden musste. Am Nachmittag besuchten wir die Neuro-Reha in Sterzing. Die hochkomplexe Einrichtung widmet sich vorrangig Patienten mit schweren erworbenen Hirnverletzungen, wie Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall oder Enzephalitis, in der frühen subakuten Phase. Jakob Stolz, Leiter und Koordinator der Abteilung, berichtete von den Erfolgen der Behandlung neurologischer Schäden. Das Team begleitet die Patientinnen und Patienten bei der Entfaltung aller noch vorhandenen motorischen, funktionellen und kognitiven Fähigkeiten mit dem Ziel größtmöglicher Selbstständigkeit und Wiedereingliederung in Familie und Gesellschaft. Wir stellten fest, dass die Behandlungsmethoden teilweise innovativer sind als in Deutschland.
Am fünften Tag hieß es leider Abschied nehmen. Die Tage vergingen wie im Flug, gefüllt mit interessanten Unternehmungen, wunderschöner Landschaft und strahlendem Sonnenschein, der uns auch auf der Heimfahrt begleitete. Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Helfern, allen voran Stefan und Christian, die diesen Ausflug in jeder Hinsicht so gelungen gemacht haben.