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„Unser Konzept, den Verband zukunftsfähig zu machen, ist auf einem guten Weg“

BSK-Geschäftsstellenleiter Dieter Gronbach gibt Zukunftsausblick – Mitglieder und haupt- wie ehrenamtliche Mitarbeitende sind Schlüssel zum Erfolg – Möglichkeit zum FSJ im Jugendtreff

von Jasmin Paul

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  • Krautheim 

Mit Behinderungen ist zu rechnen. – So lässt sich die Corona-Pandemie am besten in einem Leitsatz beschreiben. Das galt und gilt mehr noch für die Mitglieder, Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) e. V., deren Arbeit vom persönlichen Kontakt, dem Dialog bei Beratungsgesprächen und den Vor-Ort-Aktionen rund um das Thema Barrierefreiheit lebt. „Umso schöner und elementar wichtig“, so betonte auch der Bundesvorstand bei der Mitarbeitendenversammlung Ende Juli in der BSK-Geschäftsstelle in Krautheim, „dass aktuell wieder persönliche Treffen möglich sind.“ Ganz besonders freue man sich, dass der inklusive Verein getreu dem Motto „Nicht über uns ohne uns“ in der Geschäftsstelle zu einem Drittel Mitarbeitende mit Schwerbehinderung beschäftige und in diesem Jahr mit Julia Walter, Referentin für Barrierefreiheit, eine Schwerbehindertenvertretung für die Mitarbeitenden zur Verfügung stehe.

Auch Geschäftsstellenleiter Dieter Gronbach zeigte sich bei der Präsentation von Tätigkeitsbericht 2021 (dieser ist ab Mitte August auf der Homepage https://www.bsk-ev.org/der-bsk/finanzen-transparenz/taetigkeitsbericht) und Ausblick 2022 zufrieden mit der aktuellen Personalsituation im BSK e. V.: „Die haupt- und auch ehrenamtlichen Mitarbeitenden sind von entscheidender Bedeutung für den Erfolg, aber auch für den Misserfolg eines Unternehmens, Vereins oder Verbands. Daher freue ich mich, dass wir beim BSK viele engagierte Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen haben, die Expertenwissen und Engagement, neue Ideen und Denkanstöße für unsere Arbeit einbringen. Damit bringen Sie alle uns weiter auf dem Weg zu einer inklusiven, barrierefreien Gesellschaft. Dankeschön dafür!“ Wer sich ebenfalls für diese wichtige Arbeit engagieren wollen – egal ob als Mitglied, Ehrenamtliche*r oder Spender*in, dürfe sich jederzeit melden. Denn der Bundesverband sei deutschlandweit in den unterschiedlichsten Städten und Gemeinden mit und für Menschen mit Körperbehinderung im Einsatz. „Getreu dem Motto „Alles kann, nichts muss.“ ermöglichen wir für jede*n die Teilhabe im BSK e. V. nach seinen ganz eigenen Interessen und Fähigkeiten“, verspricht Dieter Gronbach. Zudem sei aktuell noch eine FSJ-Stelle (freiwilliges soziales Jahr) im inklusiven BSK-Jugendtreff in Krautheim frei. „Es geht in unserem Jugendtreff darum, Berührungsängste abzubauen, sich kreativ auszuprobieren, sich gegenseitig zu fordern und zu unterstützen sowie inklusive Freundschaften zu schließen – nicht nur für die Teilnehmer*innen, sondern natürlich auch für den bzw. die FSJler*in.“ Man freue sich daher auch über Kurzentschlossene, die noch ihre Bewerbung zusenden wollen.

Das wöchentlich wechselnde Jugendtreff-Programm von Spieleaktionen über Basteln und Werken hin zum gemeinsamen Kochen sowie inklusiven Zirkus- und Theatergruppen sei mittlerweile so gut angenommen, dass die Unterstützung durch eine*n FSJler*in eine tolle Chance für beide Seiten sei. Zumal der inklusive BSK-Jugendtreff am 30. Juli bereit sein einjähriges Jubiläum in Krautheim feiere. Mit dem BSK-Bereich Hohenlohe-Franken gibt es zudem seit Frühjahr eine engere Zusammenarbeit bei gemeinsamen Veranstaltungen, u. a. beim Krautheimer Frühling und dem hiesigen Burgfest. Außerdem wurde und wird bei den Barrierefreiheitsaktionen in Bad Mergentheim, Krautheim und Künzelsau zusammengearbeitet. Ein wichtiger Punkt dabei, so betont Geschäftsstellenleiter Dieter Gronbach, sei auch die Landesgartenschau 2034 in Bad Mergentheim, bei deren Gestaltung der BSK e. V. im Zuge von Inklusion und Teilhabe gern mit eingebunden sein möchte. Des Weiteren unterstützt der BSK-Jugendtreff auch die Arbeit der Landesverbände und Landesvertretungen. Am 2. Juli 2022 war er beispielsweise im saarländischen Dillingen beim „Sommerfest der Inklusion“ mit einer Bastelaktion beteiligt. „Tolle Aktionen, an denen Kinder und Jugendliche mit und ohne Körperbehinderung in unserem Jugendtreff teilnehmen können“, so Gronbach.

Eine Mitgliedschaft im Verein sei dafür nicht zwingend erforderlich, für den Fortbestand des BSKs aber natürlich eine tolle Unterstützung. Denn: aufgrund der erheblichen gesunkenen Mitgliederzahlen in den letzten vier Jahren hat die Geschäftsstelle nun das Strategieprojekts „BSK 2030“ auf den Weg gebracht. Das Ziel: Durch das Finden, Gewinnen und Binden von Mitgliedern wie Ehrenamtlichen den Verband als nicht mehr wegzudenkende Größe für Menschen mit Körperbehinderung in allen Belangen etablieren. Erste Schritte dafür seien mit dem Einstellen von zwei hauptamtlichen Vollzeitkräften – Thomas Erl zum 1. Juni 2021 für die Jugendarbeit und Jasmin Paul zum 1. Februar 2022 für den Bereich Fundraising (Mittelbeschaffung) – erfolgreich gegangen worden. Weiterhin ist bspw. der Mitglieder- und Spenderservice nun auch per WhatsApp erreichbar und das Büro donnerstags sogar bis 19 Uhr für Anfragen besetzt; die Mitgliedermappe wurde zudem den Anregungen der Mitglieder entsprechend neugestaltet. „Und das Konzept BSK 2030, das ja noch in den Kinderschuhen steckt und sich stetig weiterentwickelt, zeigt bereits erste Früchte“, freut sich der Geschäftsstellenleiter. Hatte der Bundesverband am 31. Dezember 2021 noch 3.352 Mitglieder, waren es zum 31. Mai 2022 bereits 14 mehr. Hinzu kommen noch 21 Neumitglieder, davon drei Jugendmitglieder, die auf der Rehab-Messe in Karlsruhe gewonnen werden konnten. „Die Tendenz macht deutlich: Wir müssen als Verband weiterhin mit Hilfe von hochwertigen Beratungsangeboten und zahlreichen Barrierefrei-Aktionen erreichen, dass bei jeder Unterhaltung, jedem vhs-Kurs und Event, jeder politischen Diskussion, bei der der Begriff „Körperbehinderung“ fällt, sofort jemand sagt: „Wendet euch an den BSK, dort findet ihr kompetente Hilfe.““, so Dieter Gronbach weiter. Denn nur so könne man den Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter langfristig zukunftsfähig machen – zukunftsfähig im Kampf für die Interessen und Belange der Mitglieder und Ehrenamtlichen sowie aller Menschen mit Behinderung.