„Rock ’n’ Sail“ mit Rollstuhl

Stefan Lutter über seine Kreuzfahrt-Erfahrungen mit Peter Maffay

Kreuzfahrten gelten oft als komfortable Reiseform – doch wie barrierefrei sind sie tatsächlich für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen? Stefan Lutter aus Schleswig-Holstein wollte das eigentlich nie selbst ausprobieren ...

von Stefan Lutter

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„Nie gewollt – der Umwelt wegen“, sagt er offen. Dass er schließlich doch an Bord der Mein Schiff 1 ging, hatte einen besonderen Grund: die Event-Reise „Rock ’n’ Sail 2026“ mit Peter Maffay und Band.

Nach zwei ausgebuchten „Rock ’n’ Sail“-Reisen auf Nord- und Ostsee führte die musikalische Kreuzfahrt vom 8. bis 13. Mai 2026 erstmals durchs Mittelmeer – mit Stopps in Gibraltar und Cartagena sowie mehreren Konzerten von Peter Maffay und seiner Band an Bord. Für Stefan Lutter, engagiertes BSK-Mitglied, der künftig gern eine eigene BSK-Kontaktstelle in Schleswig-Holstein eröffnen möchte, wurde die spontane Reise zugleich zu einem sehr persönlichen Erfahrungsbericht über barrierefreies Reisen auf See.

„Wegen Peter Maffay habe ich die Reise ganz spontan am Dienstag gebucht – und Freitagmorgen um drei ging es schon los. Auf dem Flughafen Hamburg und auch auf dem Flug nach Mallorca lief mit meinem E-Rollstuhl zunächst alles völlig problemlos. Etwas holpriger wurde es allerdings nach der Landung. Der Transfer vom Flughafen zum Schiff war zwar angemeldet, aber zunächst passierte einfach nichts. Nach etwa einer Stunde habe ich mir dann selbst ein Rollstuhltaxi organisiert. Immerhin wurden mir die Kosten inzwischen von TUI erstattet.

Vor der Reise musste ich unterschreiben, dass die Gangway wegen der Wasserstände schwierig oder im schlimmsten Fall gar nicht nutzbar sein könnte. In der Praxis habe ich das aber deutlich positiver erlebt. Es waren eigentlich immer zwei Crew-Mitglieder zur Stelle, die unterstützt haben. Besonders gut gefallen hat mir, dass Gibraltar und Cartagena direkt vom Schiff aus gut erreichbar waren. Beide Städte konnte ich problemlos erkunden, ohne auf komplizierte Transfers angewiesen zu sein.

Meine Kabine würde ich eher als barrierearm bezeichnen. Der große befahrbare Balkon war wirklich klasse. Das Bett selbst bot allerdings keine Unterstützung, da sehe ich noch Verbesserungsbedarf. Auch die Buffets waren für Rollstuhlfahrer nicht ideal gelöst. Die zweite Reihe der Schüsseln war für mich nicht erreichbar, weil alles recht hoch aufgebaut war. Aber auch dort hat die Crew sofort geholfen und Speisen angereicht. Im großen Restaurant gab es zusätzlich niedrigere Tische, die deutlich besser nutzbar waren.

Positiv überrascht hat mich außerdem der Pool auf dem Sonnendeck – dort gab es tatsächlich sogar einen Lifter. Das erlebt man längst nicht überall.

Die Rückreise war dann wieder gut organisiert. Das Taxi stand wie vereinbart bereit. Erst am Flughafen gab es noch einmal Schwierigkeiten mit meinem Rollstuhl. Mir wurde leider nicht erklärt, wo genau das Problem lag, und dadurch kam ich erst etwa 20 Minuten vor Abflug als Letzter ins Flugzeug. Unterm Strich war es für mich trotzdem eine schöne Reise, die ich durchaus noch einmal buchen würde.“

Der Erfahrungsbericht von Stefan Lutter zeigt, dass barrierefreies Reisen auf Kreuzfahrtschiffen in vielen Bereichen inzwischen gut funktionieren kann – gleichzeitig aber weiterhin von verlässlicher Organisation, praktischer Ausstattung und vor allem engagierter Unterstützung durch Mitarbeitende abhängt.

Teilhabe auf Reisen