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Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen e.V.

Stand Up Paddling mit dem Rollstuhl? Auf dem Göttinger Kiessee kein Problem

Bereits zum vierten Mal fand am 29. August auf den Göttinger Kiessee wieder ein besonderes Highlight für Rollstuhlfahrende aus der Region statt: das Rollstuhlgerechte Stand-Up-Paddling.

von Erik Kleinfeldt

Stehende sowie Rollstuhlfahrende auf einem Stand Up Paddle
Leinen los am Kiessee!
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  • Aus dem Verband

Die Vereine Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen und SC Hainberg hatten gemeinsam mit der Stadt Göttingen eingeladen, gekommen waren rund 40 Menschen mit und ohne Behinderung. Erstmalig war auch die Regionalgruppe der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke DGM an der Organisation des Events beteiligt.

Göttingens Sozialdezernentin Anja Krause begrüßte die Anwesenden und betonte, wie wichtig der Stadt Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung seien. Daher stelle sich die Verwaltung in diesem Bereich neu auf und plane zeitnah die Durchführung einer Inklusionskonferenz, um Bedarfe zu erheben und eine kommunalen Aktionsplan zu formulieren. Das rollstuhlge-rechte Stand Up Paddling sei ein besonders positives Beispiel dafür, wie man Inklusion in Göttingen neu denken könne. Im Anschluss an ihre Grußworte ließ es sich Frau Krause selbstverständlich nicht nehmen, selbst an „Bord“ zu gehen und eine Runde übers Gewässer zu drehen.

Die Rollstuhlgerechten Stand Up Paddle Boards (SUPs) sind eine Eigenent-wicklung der Firma „SUP Unity“ aus Lüneburg. Einmal im Jahr kommen Firmeninhaber Adrian Wachendorf und sein Team auf Einladung der Göttinger Vereine nach Südniedersachsen. „Unsere Boards sind breiter als gewöhnliche SUPs und verfügen über ein selbst entwickeltes Gurtsystem zur Sicherung der Rollstühle. Die Boards tragen ohne Probleme ein Gewicht von mehr als 900 kg und sind somit sogar für schwere Elektro-Rollstühle geeignet. Mit regelmäßigen Belastungstests, einem ordentlichen Sicherheitskonzept und speziellen Schulungen für unsere SUP-Trainer können wir ein sicheres Freizeitvergnügen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen anbieten.“

Marco Schnyder, Barrierescout beim SC Hainberg, hat das Event dieses Jahr federführend organisiert. Er freut sich über die rege Teilnahme. „Wer einmal dabei war, der kommt meistens wieder“, schmunzelt Schnyder. Und ergänzt nicht ohne Stolz: „In diesem Jahr haben sogar mehrere Kurgäste aus dem 40 km entfernten Bad Sooden-Allendorf den Weg zu uns an den Kiessee gefunden.“

Die Stimmung ist gut auf dem Wasser, vom Ufer tönt Musik einer Hochzeitgesellschaft. Die Gäste der Feier und die vielen Tretbootnutzer reiben sich verwundert die Augen: Rollstuhlfahrer auf dem Kiessee sieht man schließlich nicht alle Tage! Wieder an Land angekommen, halten die Teilnehmenden mit und ohne Behinderungen noch einen Klönschnack bei belegten Broten und Getränken, finanziert vom Paritätischen Niedersachsen, Kreisverband Göttingen. Die meisten möchten auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Mehr Infos zu den Rollstuhlgerechten Boards