Unter ihrem diesjährigen Motto „Menschenrechte sichtbar machen“ lädt die Kontaktstelle Rhein-Neckar-Kreis des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) gemeinsam mit dem Netzwerk Brühl von 10 bis 13 Uhr vor dem EDEKA Embach (Luftschiffring 28) zu einem offenen Austausch über gelebte Inklusion ein.
Die rote Linie: Wo Teilhabe endet
Zentrales Element der diesjährigen Aktion ist eine symbolische rote Linie, die am Boden gezogen wird. Sie markiert nicht nur eine optische Grenze, sondern verdeutlicht, wo Barrieren im Alltag – seien sie baulich, strukturell oder in den Köpfen – zur unüberwindbaren Hürde werden. „Wir wollen Diskriminierung dort sichtbar machen, wo sie passiert. Die rote Linie zeigt ganz konkret: Hier werden Menschen ausgeschlossen“, erklärt Rudi Bamberger, Leiter der BSK-Kontaktstelle Rhein-Neckar-Kreis. Begleitend dazu können Bürgerinnen und Bürger eine mobile „Meinungswand“ aktiv mitgestalten: Auf Aktionskarten werden persönliche Erfahrungen mit Barrieren sowie Erwartungen an die Politik festgehalten und im Nachgang veröffentlicht.
Politik im Kreuzverhör: Landtagsabgeordneter Sturm vor Ort
Ein Schwerpunkt liegt auf der politischen Verantwortung für Inklusion. Wie bereits im Vorjahr wird der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm vor Ort sein, um mit Betroffenen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Inklusion ist keine freiwillige Leistung, sondern ein Menschenrecht“, betont Rudi Bamberger. „Doch noch immer ist der Alltag von Barrieren geprägt. Wir brauchen den Dialog mit all jenen, die Verantwortung tragen – besonders angesichts der aktuellen Reformdebatten.“ Ein kritisches Thema ist die drohende Kürzung bei der Eingliederungshilfe und die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG), die die Selbstbestimmung vieler Menschen gefährden.
Inklusion zum Ausprobieren: Der Barriere-Check
Um das Thema für alle Besucher greifbar zu machen, lädt der BSK zum praktischen Mitwirken ein. Interessierte können mit Rollmetern selbst Barrieren nachmessen und beim Barriere-Check die Zugänglichkeit der Umgebung prüfen. Rudi Bamberger unterstütz im Gespräch dabei, die Perspektive zu wechseln und zeigen auf, wie Barrierefreiheit konkret umgesetzt werden kann.
Die bundesweit tätige Sozialorganisation Aktion Mensch unterstützt den Protesttag in Brühl mit Fördermitteln. Mit ihrer Vor-Ort-Aktion will die Kontaktstelle nicht nur sensibilisieren, sondern politischen Druck aufbauen, um Teilhabe langfristig zu sichern. „Inklusion darf kein Nischenthema sein, das nur für den Wahlkampf aus der Schublade geholt wird“, mahnt Bamberger. „Gerade jetzt brauchen wir Klarheit und echte Beteiligung.“


