Wie barrierefrei ist der Loro Parque im nordspanischen Puerto de la Cruz auf Teneriffa wirklich? – Dieser Frage ging Rudi Bamberger, Leitung der BSK-Kontaktstelle Rhein-Neckar-Kreis, auf Einladung von Vizepräsident Christoph Kiessling persönlich nach. Ziel des Besuchs war es, den seit 1972 bestehenden Tierpark aus der Perspektive von Menschen mit körperlichen und sinnesbezogenen Beeinträchtigungen zu bewerten.
Der persönliche Eindruck fällt äußerst positiv aus: Der Loro Parque erhält vom Rudi Bamberger eine sehr gute Gesamtbewertung. Barrierefreiheit ist hier kein Zusatz, sondern ein fest verankerter Bestandteil der Park-Philosophie.
Trotz der landschaftlich bedingt leicht hügeligen Lage ist der Park überwiegend sehr gut begeh- bzw. befahrbar. Die Wege wurden bewusst in sanften S-Formen angelegt, sodass starke Steigungen weitgehend vermieden werden. Dies erleichtert Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder eingeschränkter Mobilität die Fortbewegung erheblich. Zusätzlich stehen im Loro Parque Leihrollstühle sowie E-Scooter zur Verfügung. Was aufgrund der Lage am Hang, nicht vollständig ausgeglichen werden kann, wird durch die außergewöhnliche Hilfsbereitschaft und Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden mehr als wettgemacht. Das Personal ist geschult, sensibilisiert und jederzeit ansprechbar – Unterstützung erfolgt selbstverständlich und respektvoll.
Besonders hervorzuheben ist die gelungene Inklusion von blinden und sehbehinderten Menschen. Vor vielen großen Tiergehegen befinden sich bronzene Tierfiguren Nahezu in Originalgröße, die ertastet werden können. So wird Tiererlebnis auch ohne Sehen möglich und begreifbar im wahrsten Sinne des Wortes.
Auch bei den Tier- und Show-Vorführungen mit Delfinen, Orcas, Seelöwen und Papageien setzt der Park Maßstäbe: Besucher*innen mit Einschränkungen erhalten spezielle Sitzplätze in unmittelbarer Nähe zum Geschehen. Dadurch können sie die Vorführungen intensiv erleben und die Tiere aus nächster Nähe wahrnehmen – ein Erlebnis, das im Alltag sonst kaum gefahrlos möglich wäre. Im Aquarienbereich sind alle Informationstafeln und Schaubilder so angebracht, dass sie auch im Sitzen gut lesbar sind. Die Inhalte sind übersichtlich gestaltet und leicht zugänglich.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Benötigt ein behinderter Gast einen persönlichen Assistenten, kann diese vorab bei der Park-Leitung angemeldet werden und erhält freien Eintritt. Damit wird echte Teilhabe ermöglicht – ohne zusätzliche finanzielle Hürden.
Fazit: Der Loro Parque ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Inklusion sichtbar, erlebbar und selbstverständlich umgesetzt werden kann. Er zeigt eindrucksvoll, dass Barrierefreiheit kein Verlust an Erlebnis-Qualität bedeutet – im Gegenteil: Sie bereichert den Parque für alle Besucher*innen gleichermaßen.
Weitere Einblicke und Informationen zum Loro Parque gibt es hier.

