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„Krautheimer Gespräche“: Teilhabe und selbstbestimmtes Wohnen auf dem Prüfstand

BSK lädt vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zur politischen Podiumsdiskussion ein

von Jasmin Paul

Krautheimer Gespräche Grafik und Datum
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  • Aus dem Verband

Wie ernst es Politik mit Teilhabe und selbstbestimmtem Wohnen meint, wird sich auch bei der kommenden Landtagswahl in Baden-Württemberg zeigen. Welche Konzepte gibt es für barrierefreien Wohnraum? Wie verbindlich sind Mitbestimmungsrechte von Menschen mit Behinderungen? Und drohen Kürzungen bei notwendigen Unterstützungsleistungen?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der „Krautheimer Gespräche“, zu denen der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) am Freitag, 20. Februar 2026, um 18 Uhr im Eduard-Knoll-Wohnzentrum (EKWZ), Altkrautheimer Str. 21, nach 74238 Krautheim einlädt. Thema der Veranstaltung ist „Partizipation und selbstbestimmtes Leben in der gewünschten Wohnform“.

Politische Weichenstellungen vor der Wahl

Im Vorfeld der Landtagswahl diskutiert der BSK mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Parteien über aktuelle bundes- und landespolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Baden-Württemberg. Im Fokus stehen unter anderem der zunehmende Mangel an barrierefreien und altersgerechten Wohnungen, geplante Änderungen in Bauordnungen sowie Fragen der Mitbestimmung in Wohn- und Pflegeeinrichtungen. 
Barrierefreiheit betrifft dabei längst nicht nur Menschen mit Behinderungen! Sie ist Voraussetzung für selbstbestimmtes Leben im Alter, für Pflegebedürftige, Familien mit kleinen Kindern oder Menschen mit vorübergehenden Mobilitätseinschränkungen. Gleichzeitig fehlen bundesweit über zwei Millionen barrierefreie Wohnungen – ein Defizit, das sich angesichts einer alternden Gesellschaft weiter verschärfen wird. 
Diskutiert wird auch, ob neue Baukonzepte wie der „Gebäudetyp E“ (ein Ansatz für kostengünstigeres Bauen) zu einer Absenkung wichtiger Barrierefreiheitsstandards führen könnten – etwa beim Einbau von Aufzügen oder bei stufenlosen Zugängen.

Mitbestimmung nicht verhandelbar

Ein weiterer Schwerpunkt der Krautheimer Gespräche ist die Partizipation von Menschen mit Behinderungen. Aktuelle Debatten um das geplante Teilhabe- und Pflegequalitätsgesetz in Baden-Württemberg sowie die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) werfen die Frage auf, wie verbindlich ihr Mitspracherechte künftig ausgestaltet sein werden. Aus Sicht des BSK darf Teilhabe niemals eine freiwilligen Option werden. 
Maßstab bleibt bei allem die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), insbesondere Artikel 9 
(Zugänglichkeit) und Artikel 19 (Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft), die auch für Landespolitik verbindlich ist.


Podium und Beteiligung

Die Krautheimer Gespräche sind als politische Podiumsdiskussion mit aktiver Beteiligung des Publikums angelegt. Bürgerinnen und Bürger sind ausdrücklich eingeladen, Fragen zu stellen und mit den Podiumsgästen sowie haupt- und ehrenamtlichen BSK-mMitarbeitenden zu sprechen. 
Auf dem Podium diskutieren: 

• Klaus Ranger MdL, SPD, Wahlkreis Heilbronn-Land
ODER Jonas Aberle, SPD, Landtagskandidat Wahlkreis 21 (Hohenlohe)
• Utz Mörbe, Landesinklusionsbeauftragter DIE LINKE Baden-Württemberg;
er bringt als Mensch mit körperlicher und kognitiver Beeinträchtigung seine Erfahrung aktiv in seine Arbeit ein
• Silvia Hapke-Lenz, MdL, FDP/DVP, Wahlkreis 22 (Schwäbisch-Hall)
• Dr. Tim Breitkreuz, CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis 21 (Hohenlohe)

Um Anmeldung bis spätestens 16. Februar 2026 wird gebeten – bevorzugt per E-Mail an info@bsk-ev.org oder telefonisch unter 06294 4281-0.