Helena Klintschar ist „Behindertensportlerin des Jahres“ 2026

Karl Finke: Engagement für Sport und Teilhabe

Die Ehrung von Helena Klintschar nahm der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies vor. Die Laudatio hielt die ehemalige Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron, die die besondere Leidenschaft und Zielstrebigkeit der Sportler*innen hervorhob.

Gruppenfoto der Gala
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Der Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) hat die Skiläuferin Helena Klintschar zur „Behindertensportlerin des Jahres“ 2026 gewählt. Die 18-Jährige wurde im Rahmen einer festlichen Gala im GOP Varieté-Theater Hannover ausgezeichnet. Rund 230 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, bei der sportliche Leistungen und gesellschaftliches Engagement im Behindertensport gewürdigt wurden.

BSN-Präsident Karl Finke eröffnete den Abend und betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Auszeichnung für die Sichtbarkeit des Behindertensports. Die Veranstaltung stehe seit vielen Jahren für Anerkennung, Respekt und sportliche Spitzenleistungen. Erfolgreiche Athletinnen und Athleten seien wichtige Botschafterinnen und Botschafter des Sports und Vorbilder für viele Menschen.

Erfolgreiche junge Athletin

Helena Klintschar machte zuletzt bei den Special Olympics Winter World Games 2025 im italienischen Turin auf sich aufmerksam. Dort gewann sie Gold im Slalom und Bronze im Riesenslalom in der Fortgeschrittenenklasse.

Trotz des seltenen Claes-Jensen-Syndrom und einer Sehbeeinträchtigung arbeitet die junge Athletin seit ihrer Kindheit kontinuierlich an ihrer Technik und Geschwindigkeit auf der Piste. Bereits im Alter von vier Jahren stand sie erstmals auf Skiern. Für sie bedeutet Sport vor allem eines: Freude und Motivation.

Große Beteiligung an der Wahl

Rund 22.000 Menschen beteiligten sich an der Abstimmung zur „Behindertensportlerin des Jahres“. Mit 20,32 Prozent der Stimmen setzte sich Klintschar knapp gegen ihre Mitnominierten durch. Die hohe Beteiligung zeigt die wachsende öffentliche Aufmerksamkeit und Wertschätzung für den Behindertensport.

Karl Finke: Engagement für Sport und Teilhabe

Karl Finke prägt den Behindertensport in Niedersachsen seit vielen Jahren. Seit 2005 ist er Präsident des BSN und setzt sich für den Ausbau inklusiver Sportstrukturen sowie für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Breiten- und Leistungssport ein.

Darüber hinaus engagiert sich Finke bundesweit im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK), dessen Bundesvorstand er seit vielen Jahren angehört. Dort bringt er seine Erfahrung in die fachliche und politische Verbandsarbeit ein und moderiert Dialogformate wie die „Krautheimer Gespräche“ oder „BSK im Dialog“ in Berlin.

Auch politisch hat Finke die Behindertenpolitik in Niedersachsen entscheidend mitgestaltet: Von etwa 1990 bis 2014 war er Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen. In dieser Funktion beriet er die Landesregierung, wirkte an Gesetzgebungsprozessen mit und setzte sich unter anderem für Gleichstellung, inklusive Bildung, politische Teilhabe sowie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ein.

Sport als Motor für Inklusion

Die Auszeichnung von Helena Klintschar steht beispielhaft für die Bedeutung des Sports für gesellschaftliche Teilhabe. Erfolgreiche Athletinnen und Athleten zeigen, dass Leistung keine Barrieren kennt und wirken als Vorbilder weit über den Sport hinaus. Veranstaltungen wie die Wahl zur „Behindertensportlerin des Jahres“ tragen dazu bei, den Behindertensport sichtbarer zu machen und Inklusion im Alltag weiter voranzubringen.