BSK-Kontaktstelle Selbsthilfe Körperbehinderter Mönchengladbach

Inklusion in Mönchengladbach: Viel Engagement – aber ohne klaren Kurs

Die BSK-Kontaktstelle Mönchengladbach hat die Inklusionspolitik der Stadt Mönchengladbach über zehn Jahre hinweg analysiert, von 2015 bis 2025. Das zentrale Ergebnis: Inklusion wird fachlich engagiert begleitet, aber politisch nicht verbindlich gesteuert.

von Team der BSK-Kontaktstelle Mönchengladbach

Inklusionsgrafik zur Stellungnahme
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  • Aus dem Verband

Die Inklusionsberichte dokumentieren zahlreiche Aktivitäten, Projekte und Prüfungen – insbesondere im Bereich der Barrierefreiheit. Was jedoch fehlt, ist eine klare politische Perspektive: Es gibt keine verbindlich beschlossenen Ziele, keine Prioritäten und keine Zeitpläne. Der Bericht beantwortet damit zwar die Frage, was geschieht, lässt aber offen, wohin sich die Stadt inklusionspolitisch entwickeln will.

„Zehn Jahre Berichterstattung zeigen, dass es jetzt einen verbindlichen politischen Schritt braucht“, erklärt Albert Sturm, Leiter der BSK-Kontaktstelle Mönchengladbach. „Inklusion darf nicht vom Engagement einzelner Personen abhängen.“

Die Langzeitbetrachtung macht eine deutliche Entwicklung sichtbar:

  • 2015 war Inklusion noch mit einem hohen politischen Steuerungsanspruch verbunden.
  • 2017 erfolgte der Rückzug. Inklusion wurde vor allem koordiniert und dokumentiert. 
  • 2025 liegt eine fachlich fundierte Bilanz vor – jedoch ohne strategische Perspektive zur Umsetzung für die Zukunft.

„Der aktuelle Bericht zeigt eindrucksvoll, was fachlich möglich ist – aber auch, was politisch unterlassen wird“, so Sturm. „Ohne klare Zielvorgaben bleibt Inklusionspolitik reaktiv und unverbindlich.“

Der BSK fordert daher die Erarbeitung eines verbindlichen „Aktionsplans Inklusion Mönchengladbach“. Dieser soll:

  • klare Ziele und Prioritäten festlegen,
  • Zuständigkeiten eindeutig benennen,
  • Fortschritte überprüfbar machen,
  • und die Behindertenverbände und Initiativen als gleichberechtigte Partner einbinden.

Besonders betont der Verband die Rolle der ehrenamtlichen Selbsthilfe in all diesen Schritten: „Das Erfahrungswissen der Betroffenen ist kein Zusatz, sondern eine zentrale Voraussetzung für wirksame Inklusionspolitik“, betont Sturm. „Ein Aktionsplan ohne gleichberechtigte Beteiligung der Verbände würde am Kern von Inklusion vorbeigehen.“

Die vollständige Stellungnahme des BSK ist hier abrufbar.