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Mit zwei Mitgliedern engagiert sich der SKB seit mehr als sechs Jahren in der Fokusgruppe für Barrierefreiheit der Bundeskunsthalle in Bonn. Gemeinsam mit Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen bringen sie ihre Erfahrungen direkt in die Planung neuer Ausstellungen ein. Ihr Ziel: Barrieren abbauen, bevor sie überhaupt entstehen.
Die Bundeskunsthalle ist die Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und seit 1992 ein bedeutender Ort für Kunst, Kultur und Wissenschaft. Anders als ein klassisches Museum verfügt sie über keine eigene Sammlung oder Depots. Stattdessen präsentiert sie jährlich vier bis fünf große Wechselausstellungen mit einer Laufzeit von jeweils drei bis vier Monaten. Ergänzt werden diese durch Führungen, Workshops, Vorträge und zahlreiche Mitmachangebote.
Damit kulturelle Teilhabe nicht nur ein Anspruch bleibt, sondern selbstverständlich gelebt wird, wurde vor mehr als sechs Jahren die Fokusgruppe für Barrierefreiheit gegründet. Ihr gehören acht bis zehn Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen an – darunter Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Seh- oder Hörbehinderungen sowie Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Die Mitglieder begleiten neue Ausstellungen bereits während der Planungsphase, testen Konzepte und geben den Kuratorinnen und Kuratoren Rückmeldungen aus der Praxis. So können Barrieren frühzeitig erkannt und möglichst vermieden werden.
Die beiden Vertreter des SKB bringen dabei insbesondere die Perspektive von Menschen mit körperlichen Behinderungen ein. Gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern der Fokusgruppe entwickeln sie konkrete Verbesserungsvorschläge und sensibilisieren die Verantwortlichen dafür, Barrierefreiheit von Anfang an mitzudenken. Denn häufig sind es scheinbar kleine Details, die darüber entscheiden, ob ein Ausstellungsbesuch selbstständig und angenehm möglich ist.
Viele dieser Anregungen finden sich inzwischen in den Angeboten der Bundeskunsthalle wieder. Besucherinnen und Besucher profitieren unter anderem von Taststationen und Tastführungen für blinde und sehbehinderte Menschen, Informationen in Brailleschrift und Leichter Sprache, Führungen in Deutscher Gebärdensprache sowie Audioguides mit Induktionsschleifen für Menschen mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten. Selbstverständlich gehören auch barrierefreie Wege, Aufzüge und Sanitäranlagen zum Konzept. Ergänzt wird das Angebot durch inklusive Führungen und Workshops sowie sogenannte „Stille Stunden“, die insbesondere Menschen mit Autismus oder einem erhöhten Ruhebedürfnis einen entspannten Ausstellungsbesuch ermöglichen.
Zuletzt begleitete die Fokusgruppe die Ausstellung „Weltmeere“. Für die Mitglieder des SKB ist es immer wieder eine besondere Erfahrung zu sehen, wenn Anregungen aus den gemeinsamen Gesprächen tatsächlich umgesetzt werden und Barrierefreiheit nicht nachträglich geschaffen werden muss, sondern von Beginn an Teil der Ausstellungsplanung ist.
Der SKB lädt alle Interessierten herzlich ein, sich selbst ein Bild von der Arbeit der Fokusgruppe zu machen und die aktuelle Ausstellung „Weltmeere“ zu besuchen. Über Rückmeldungen freuen sich die Mitglieder der Fokusgruppe jederzeit. Jedes Feedback hilft dabei, Barrieren weiter abzubauen und motiviert alle Beteiligten, sich auch künftig mit großem Engagement für eine inklusive Kultur einzusetzen.