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"Immer schön pieksig bleiben!"

Claus A. Mohr besucht BSK-Bereich Göttingen zum 65. Vereinsjubiläum

Kürbissuppe und Inklusionsprojekte: Der stv. Bundesvorsitzende Claus A. Mohr besuchte den BSK-Bereich Göttingen anlässlich seines 65. Jubiläums. Im Mittelpunkt standen Austausch, Zusammenhalt, die Zukunft der gemeinsamen Arbeit ... und ein Kaktus!

von Claus A. Mohr

Der stv. BSK-Bundesvorsitzende Claus A. Mohr besucht anlässlich „65 Jahre SHK Göttingen e.V." die Freizeitgruppe vor Ort, die 14-tägig montags in Göttingen beim BSK-Bereich zusammenkommt.
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  • - Göttingen 
  • - Aus dem Verband

Der direkte Austausch zwischen Bundesverband und den Bereichen vor Ort ist wichtig, um voneinander zu lernen, gemeinsame Herausforderungen zu erkennen und die Selbsthilfe weiterzuentwickeln. Der stv. BSK-Bundesvorsitzende Claus A. Mohr hat den BSK Göttingen e.V. anlässlich dessen 65-jährigen Jubiläums besucht. Zwischen Kürbissuppe, konkreten Inklusionsprojekten und einer Kaktuspflanze als symbolischem Geschenk ging es um Zusammenhalt, politische Herausforderungen und die Frage, wie die gemeinsame Arbeit auch künftig Wirkung entfalten kann.

Am 12. Oktober hat mich für den BSK-Bundesvorstand der Selbsthilfe Körperbehinderter (SHK) Göttingen e.V. anlässlich seines 65-jährigen Jubiläums erneut eingeladen, die Mitglieder und Mitarbeitenden zu besuchen, mir die Arbeit vor Ort anzusehen und anschließend mit der Freizeitgruppe eine gemeinsam zubereitete Kürbissuppe zu genießen. Dass dieser zusätzliche Termin möglich gemacht wurde, hat mich sehr gefreut.

Nach einem Rundgang durch die Büroräume und einem kurzen gegenseitigen Kennenlernen stellte Erik Kleinfeldt, der vor Ort die Ehrenamtsarbeit und Vereinsangelegenheiten leitet, die Arbeit des Vereins vor. Er berichtete über die vielfältigen Assistenz- und Teilhabeleistungen, die des SHK Göttingen e.V. als Dienstleister anbietet und die über unterschiedliche Kostenträger finanziert werden – etwa über die Pflegekasse, die Eingliederungshilfe oder das Integrationsamt.

Die Vielfalt, die sich aus einem kleinen Verein der „Hilfe zur Selbsthilfe“ entwickelt hat, ist beeindruckend. Gleichzeitig waren wir uns schnell einig, wie herausfordernd unsere Arbeit in Zeiten wie diesen geworden ist. Kürzungen bei Pflegeleistungen und Finanzierungen von Teilhabeleistungen erschweren auch die Arbeit der Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen. Es ist zu befürchten, dass die aktuellen Umstrukturierungen im Sozialwesen erst der Anfang sind. Davon lassen wir uns jedoch gemeinsam nicht entmutigen. Unser Wirken ist und bleibt politisch – und das ist auch gut so, denn schließlich geht es darum, die Lebensbedingungen von Menschen konkret mitzugestalten.

Umso schöner war es zu hören, mit welchen Ideen und Kooperationen der SHK Göttingen e.V. vorangeht. Erik berichtete unter anderem über rollstuhlgerechtes Stand-up-Paddling und inklusive Theaterarbeit. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „Stadtrampe“: Dabei erhalten Geschäfte kostenlos Klapprampen, die durch Spenden finanziert werden und von Betroffenen genutzt werden können. So wird Barrierefreiheit ganz praktisch vor Ort verbessert.

Die Arbeit im Bundesvorstand ist oft eher abstrakt. Umso wichtiger sind Begegnungen wie diese, die zeigen, was Selbsthilfe vor Ort bewirkt. Wir waren uns einig: Der Bundesverband und der SHK Göttingen e.V. müssen noch enger zusammenarbeiten und zusammenstehen, um auch künftig für unsere Zielgruppe und in der Zivilgesellschaft wirksam zu bleiben.

Ein gemeinsames Handlungsfeld ist die Digitalisierung. Digitale Kommunikation kann gerade in der Selbsthilfe für Menschen mit körperlichen Behinderungen viel bewegen – vorausgesetzt, sie schließt niemanden aus, sondern bringt Menschen zusammen. Sie kann zudem einen wichtigen Beitrag zur Mitgliedergewinnung leisten. Unsere Ziele und die Erfolge unserer Arbeit müssen in der Öffentlichkeit stärker sichtbar werden. Dafür gilt es, technische Möglichkeiten und geeignete Strategien noch besser zu nutzen. Unsere BSK-App ist dafür nur ein kleines Beispiel. Denn unsere Arbeit soll und kann auch Spaß machen; sie darf nicht nur aus Mühsal und dem Kleinklein des Alltags bestehen.

Festzuhalten bleibt allerdings: Die Zeiten werden rauer. Umso mehr hoffe ich, dass die Gratifikation des Bundesverbandes zum 65-jährigen Jubiläum bei den zahlreichen Aktivitäten in Göttingen gute Verwendung findet. Für das Vereinsbüro hatte ich außerdem eine Kaktuspflanze dabei – ganz nach dem Motto: In einer rauen Umwelt bleibt sie genügsam, schön und widerstandsfähig. Diese Pflanze hat mehrere Arme und steht doch in derselben Erde. Genau wie der BSK-Bundesverband und der SHK Göttingen e.V.. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und noch enger zusammenarbeiten.

Und wenn ihr in Göttingen bei eurer praktischen Arbeit auf abstrakte Hürden stoßt: Bleibt stachelig und wehrhaft! Piekst uns im Vorstand, piekst eure Kostenträger und piekst eine Gesellschaft, in der Inklusion zunehmend zum Add-on verkommt!

Danke für den schönen Besuch in Göttingen und noch einmal herzlichen Glückwunsch zum 65. Geburtstag! Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die kommenden Jahre.

Text: Claus A. Mohr | Foto: Silke Ohnesorge