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Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen e.V.
Keine Rollstuhltaxen am Abend und am Wochenende, Clubs ohne Rolli-WC, Stufen und keine Bewegungsfreiheit auf der Tanzfläche. Drei Göttinger Vereine wollen das nicht auf sich beruhen lassen. Sie haben die Initiative „Rock’n’Rollstuhl“ ins Leben gerufen.
Der Verein subculture is culture e.V. betreibt den Göttinger Club EXIL, der für Rockkonzerte und gitarrenlastige Parties bekannt ist. Marco Schnyder seit einigen Jahren durch eine Erkrankung selbst auf den Rollstuhl angewiesen, ist dort Stammgast. Als „Barriere Scout“ und Organisator des „Rolli-Trainings“ beim SC Hainberg hat er das EXIL in der Vergangenheit mehrfach zu Fragen der Barrierefreiheit beraten. Einige Anpassungen, wie eine Rampe zur Tanzfläche oder eine Vereinbarung mit der benachbarten Gastronomie, die dortige Rollstuhl-Toilette für Gäste mitnutzen zu dürfen, sind schon erfolgt.
So lag es nahe, die Partys im EXIL öffentlichkeitswirksam für Menschen mit Mobilititätseinschränkungen zu bewerben. Hier kooperierten EXIL und SC Haimberg schließlich mit der Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen, die wiederum ihren Rollstuhl-Transporter und einen Fahrer für den Abend beisteuerte.
Am 24. Januar 2026 war es soweit – Rollstuhlfahrende hatten an diesem Abend freien Eintritt zur Veranstaltung „#wirsinddieNacht“ und konnten den kostenlosen Rollstuhl-Shuttle zwischen 19 und 2 Uhr nachts nutzen. Fast zwanzig Rollstuhlfahrende fanden an diesem Abend den Weg ins EXIL.
Unter dem Motto „Rock’n’Rollstuhl“ wird das EXIL in Zukunft öfter ihre regulären Veranstaltungen bewerben, wenn diese speziell durch besondere Angebote für Rollstuhlfahrende flankiert werden. Ein weiterer Event war am 09. Mai 2026, begleitend zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.