Worte für alle: Informationsstand & Vortrag in Ganderkesee

Große Resonanz auf Informationsstand und Vortrag „Inklusion beginnt in der Sprache“ in Ganderkesee

Susanne Steffgens vor ihrem Vortragsscreen mit BSK-Banner
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  • Aus dem Verband

Mit einem Informationsstand am 2. Mai am Inkoop in Ganderkesee sowie einem umfassenden Vortrag am 5. Mai rückte das wichtige Thema „Inklusion beginnt in der Sprache“ in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von der BSK-Kontaktstellenleiterin Susanne Steffgen. Ziel war es, Menschen für die Bedeutung einer respektvollen und inklusiven Sprache zu sensibilisieren und Barrieren in der Kommunikation abzubauen.

Bereits der Informationsstand am Inkoop stieß auf großes Interesse. Zahlreiche Besucher*innen aller Altersgruppen nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen zu teilen und Unsicherheiten im Umgang mit Menschen mit Behinderungen offen anzusprechen. Besonders deutlich wurde dabei, wie groß der Wunsch nach Orientierung und einem wertschätzenden Umgang im Alltag ist.

Viele Gespräche drehten sich um ganz praktische Fragen: Wie spricht man Menschen mit Behinderungen respektvoll an? Welche Formulierungen sind hilfreich und welche möglicherweise verletzend? Auch Situationen aus dem Alltag wurden thematisiert, etwa im Umgang mit Freundinnen oder Freunden, die einen Rollstuhl nutzen, oder bei Begegnungen mit blinden Menschen. Die Gespräche machten deutlich, dass häufig weniger die fehlende Offenheit als vielmehr die Angst vor Fehlern Menschen verunsichert. Im Mittelpunkt stand daher die Botschaft, Menschen nicht über ihre Behinderung zu definieren, sondern über ihre Persönlichkeit, ihre Interessen und ihre Fähigkeiten.

Der Vortrag am 5. Mai vertiefte diese Themen und wurde dank der Unterstützung von Aktion Mensch live übertragen, sodass auch Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen barrierefrei teilnehmen konnten. Die Resonanz und die vielen positiven Rückmeldungen zeigten, wie aktuell und gesellschaftlich relevant das Thema inklusive Sprache ist.

Im Verlauf des Vortrags wurde deutlich gemacht, dass Sprache weit mehr ist als ein reines Kommunikationsmittel. Sie prägt Denkweisen, beeinflusst gesellschaftliche Teilhabe und kann entweder Brücken bauen oder Ausgrenzung verstärken. Anhand zahlreicher Beispiele wurde erläutert, wie bewusste Wortwahl dabei helfen kann, Vorurteile abzubauen und Respekt im Alltag zu fördern.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Bedeutung inklusiver Formulierungen. Bereits kleine sprachliche Veränderungen können eine große Wirkung entfalten. So macht es einen entscheidenden Unterschied, ob von „Behinderten“ oder von „Menschen mit Behinderung“ gesprochen wird. Der Fokus wird dadurch auf den Menschen gelegt und nicht auf eine Einschränkung. Ebenso wurde aufgezeigt, wie alltägliche Redewendungen unbewusst diskriminierend wirken können und wie sich diese durch wertschätzende Alternativen ersetzen lassen.

Darüber hinaus wurden gesetzliche Grundlagen und gesellschaftliche Verantwortung thematisiert. Inklusion bedeutet nicht nur die Anwesenheit von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft, sondern ihre gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen. Sprache spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Vortrags war die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Ableismus“, der die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen beschreibt. Gemeinsam wurde reflektiert, wie tief Vorurteile oft in alltäglichen Denkweisen verankert sind und wie wichtig es ist, diese bewusst zu hinterfragen. Dabei wurde deutlich, dass viele Barrieren weniger im öffentlichen Raum als vielmehr in den Köpfen entstehen.

Auch die Vielfalt von Behinderungen wurde thematisiert. Körperliche, geistige, psychische sowie Sinnesbehinderungen bringen unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Umso wichtiger sei es, jedem Menschen individuell und respektvoll zu begegnen. Praktische Beispiele aus dem Alltag halfen den Teilnehmenden dabei, neue Perspektiven einzunehmen und den eigenen Sprachgebrauch kritisch zu reflektieren.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Thema Leichte Sprache. Verständliche und klare Formulierungen erleichtern vielen Menschen den Zugang zu Informationen und fördern Teilhabe im Alltag sowie im Berufsleben. Gerade am Arbeitsplatz sei eine respektvolle und barrierefreie Kommunikation ein wichtiger Schritt hin zu echter Inklusion.

Interaktive Übungen und gemeinsame Diskussionen machten den Vortrag lebendig und praxisnah. Die Teilnehmenden entwickelten alternative Formulierungen und setzten sich intensiv mit ihrer eigenen Sprache auseinander. Viele nahmen die Erkenntnis mit, dass bereits kleine Veränderungen im Alltag einen wichtigen Beitrag zu mehr Offenheit und gegenseitigem Respekt leisten können.

Die Veranstaltungen machten deutlich, dass Inklusion nicht erst bei baulicher Barrierefreiheit beginnt, sondern bereits in der täglichen Kommunikation. Sprache hat die Kraft, Menschen einzubeziehen, Verständnis zu fördern und Gemeinschaft zu stärken.

Die Aufzeichnung des Vortrags ist auf YouTube verfügbar:
Vortrag „Inklusion beginnt in der Sprache“

Weitere Informationen und Beispiele zum Thema inklusive Sprache finden Interessierte auf der Webseite von
Susanne Steffgen

Impressionen aus Ganderkesee

Susanne Steffgens hinter dem Infostand
Susanne Steffgens vor ihrem Infostand
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