08.10.2015 10:00 Alter: 4 Jahre

Zum 100. Geburtstag von BSK-Gründer Eduard Knoll

Kategorie: Oktober 2015

Eduard Knoll, Gründer des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.

(bsk-pr) Am heutigen Donnerstag, 8. Oktober, wäre der Gründer unseres Verbandes, Eduard Knoll, 100 Jahre alt geworden. Er gab 1955 den Anstoß zur Gründung des Verbandes und war auch während seines Wirkens als Vorsitzender Motor und Seele des BSK-Vorläufers „Sozialhilfe für Querschnitts- und Kindergelähmte e.V.“

Ursprünglich lebte das Ehepaar Knoll im Sudetenland und Eduard Knoll kämpfte als Soldat an der Front. Durch einen Schußverletzung im Rücken schwer verwundet, verbrachte er lange Zeit im Lazarett. Querschnittgelähmt kam er nach Kriegsende schließlich zurück. Doch nichts war mehr wie früher.

In alten Aufzeichnungen schilderte Eduard Knoll die Ereignisse:

„Es waren schwere Jahre. Wir hatten alles stehen und liegen lassen und mussten unsere Heimat verlassen. Als Flüchtlinge sind wir hier im baden-württembergischen Krautheim gelandet und wurden von der Bevölkerung liebevoll aufgenommen. Meine Frau und ich fanden hier ein neues Zuhause. So wie mir ging es Hunderttausenden. Es war für uns Betroffene alle äußerst unbefriedigend, denn die große Gruppe der Zivilkörperbehinderten war in wirtschaftlicher, finanzieller und nicht zuletzt in menschlicher Not. Der Gedanke der Eingliederung in die Gemeinschaft und das Recht auf Arbeit und angemessene Entlohnung von behinderten Menschen waren unverständliche Forderungen. Dass auf diesem Hintergrund viele menschlichen Probleme, Spannungen und oft Hoffnungslosigkeit auftraten war nicht verwunderlich und wir fragten uns, wie wir die Dinge ändern und verbessern könnten“.

Und Knoll weiter: „Wir suchten nach Wegen und Möglichkeiten, die Menschen mit Körperbehinderung aus dem Dickicht der Beengung, Resignation und Armut zu befreien“.

Heute wäre unser Vereinsgründer 100 Jahr alt geworden. Wir haben es seinem Engagement, seiner Leidenschaft und seiner Entschlossenheit zu verdanken, daß aus seiner Vision ein Verband gewachsen ist, der sich heute in ganz Deutschland für die Rechte von Menschen mit Körperbehinderung einsetzt und durch den Krautheim weit über die Region hinaus bekannt geworden ist.

Es war sein Wunsch, seine Idee Arbeitsplätze, Wohnraum und Lebensqualität für Menschen mit Behinderung zu schaffen.

Das hat er erreicht und er könnte stolz sein, auf das was durch seine Initiative in den vergangenen 60 Jahren daraus entstanden ist.

Foto rechts: Großcousin, Schwägerin und Patenkind von Eduard Knoll: Bei der Enthüllung der Büste am 8. Oktober waren Familie Wanitschek (links) sowie Patenkind Wolf-Dieter Leischner und seine Mutter, die Schwägerin von Eduard Knoll, anwesend.

Datei ladenArtikel aus der Hohenloher Zeitung vom 16.10. (Red.: Kirsi-Fee Rexin)