11.07.2017 11:29 Alter: 3 Jahre

Krankengeld trotz Auslandsreise?

Kategorie: Juli 2017
Von: Peter Reichert

Wer Krankengeld bekommt, muss nicht in jedem Fall auf Reisen ins Ausland verzichten. Die Krankenversicherung muss vorab zustimmen – sonst kann sie die Zahlungen zeitweise einstellen. Berufstätige, die längere Zeit krank sind, können trotzdem verreisen.

"Krankengeld muss die gesetzliche Kasse jedoch nur zahlen, solange sich Versicherte in Deutschland aufhalten", sagt die Referentin für Gesundheits- und Sozialpolitik beim BSK Andrea Fabris. "Falls die Krankenversicherung dem Auslandsaufenthalt zustimmt, muss man aber auch dann nicht auf das Geld verzichten." Dies ist für alldiejenigen wichtig zu wissen, die schon länger einen Auslandsurlaub planen und dann erkranken.

Hier muss man einen Antrag bei der Krankenkasse stellen, den diese genehmigen muss, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. „Für die Genehmigung der Krankenkasse sollte man ein paar Punkte beachten“, erklärt Fabris. Die Arbeitsunfähigkeit müsse zweifelsfrei festgestellt und die Fahrt gut für die Genesung sein oder ihr wenigstens nicht im Wege stehen. Außerdem sollten Patienten keine wichtigen Behandlungstermine versäumen und auch außerhalb Deutschlands grundsätzlich erreichbar sein.

Fabris: "Wer dies sicherstellt und die Einwilligung der Kasse hat, braucht sich für einen Auslandsaufenthalt keine Sorgen um sein Krankengeld zu machen. Für Reisen im Inland ist keine Genehmigung nötig.“

BSK-Tipp: Lassen Sie sich vom Arzt bestätigen, dass aus medizinischer Sicht nichts gegen den Ortswechsel spricht und stellen Sie so früh wie möglich einen formlosen Antrag bei der Krankenversicherung. Sobald er genehmigt wurde, sollten Sie auch Ihren Arbeitgeber über den Auslandsaufenthalt informieren. Reisen während der Arbeitsunfähigkeit werden nicht auf die arbeitsrechtlich garantierten Urlaubstage angerechnet.