02.08.2013 10:16 Alter: 7 Jahre

Gerechte Entlohnung muss „Herzenssache sein“

Kategorie: August 2013

Besuch von Annette Sawade, MdB, beim BSK e.V.

(bsk-pr) Die Verringerung des Heimkostenbeitrages für Mitarbeiter von Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die gleichzeitig in Einrichtungen leben, war zentrales Thema beim Besuch von Annette Sawade, SPD, Mitglied des Deutschen Bundestages, in Krautheim. Eingeladen hatte der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) zu einem Besuch der Krautheimer Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfMB) und des Eduard-Knoll-Wohnzentrums (EKWZ). Nach der Begrüßung durch BSK-Vorstandsmitglied Andreas Brandenburger erläuterten Burkhard Wegner, WfMB Geschäftsführer, und Klaus Fischer die Arbeitsabläufe in der Recycling-Abteilung. Im Anschluss diskutierten Ulf-D. Schwarz, BSK-Geschäftsstellenleiter, Martin Veil, WfMB-Werkstattrat, und Jürgen Milewski EKWZ-Bewohnervertreter, über aktuelle sozialpolitische Themen. „Es wird höchste Zeit, dass der Heimkostenbeitrag abgeschafft wird“ forderte Martin Veil. „Unsere Mitarbeiter/innen leisten 100 Prozent Arbeit und haben dafür am Monatsende knapp 100 Euro in der Tasche. Das ist eine große Ungerechtigkeit“, so Veil und ergänzte „eine gerechte Entlohnung in den WfMB´s muss Herzenssache sein“. Ulf-D. Schwarz, fügte hinzu: „Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wie es auch die UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht, ist mit 100 Euro im Monat nicht möglich. Deshalb fordern wir eine Erhöhung des Freibetrages von derzeit 100 auf 200 Euro“. Annette Sawade versprach prüfen zu lassen, welche Gesetze auf Bundesebene geändert werden müssen, und mögliche Fördertöpfe zu suchen, um diese diskriminierenden Missstände abzuschaffen. Sawade bot an, in der fortführenden Kommunikation zwischen Werkstatträten und politischen Entscheidungsträgern zu vermitteln. „Ich habe auch ständigen Kontakt zum baden-württembergischen Behindertenbeauftragten Gerd Weimer und werde das mit ihm thematisieren“, betonte sie. Der Einladung von Martin Veil für einen Probe-Arbeitstag in der WfMB nahm sie gerne an. „Hier hätten Manager die Möglichkeit zusammen mit Menschen mit Behinderung einen Tag lang zu arbeiten und dabei ihre soziale Kompetenz zu fördern“, schlug sie begeistert vor.