19.05.2014 09:51 Alter: 6 Jahre

Bußgeld für Falschparker: Deutschland ist Schlusslicht in Europa

Kategorie: Mai 2014
Von: Peter Reichert
Foto Gehewegparker

Gehwegparker

(bavc/bsk-pr) Am 1. Mai 2014 wurden die Bußgelder auch für das Zuparken leicht erhöht. Doch im EU-Vergleich belegt Deutschland noch immer den letzten Platz. Der Kavaliersdelikt des Falaschparkens wird damit weiter „subventioniert“, obwohl Umfragen zeigen, dass die Bürger ein härteres Vorgehen gegen die zunehmende Rücksichtslosigkeit wollen. Parken auf dem Rad- oder Gehweg sowie in zweiter Reihe kostet ab dem 1.5.2014 in Deutschland 20 Euro.

Damit bleibt Deutschland Schlusslicht in der EU, wie eine Analyse und Umfrage der Agentur für clevere Städte ergab. 75% bleibt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt für die vier vermeintlichen Kavaliersdelikte Parken auf dem Radweg, dem Gehweg, in zweiter Reihe oder auf Behinderten-Parkplätzen. „Weil das Zuparken und Gefährden der Wege anderer subventioniert wird, ist Falschparken zum Kavaliersdelikt verkommen. Ordnungsamt und Polizei sind mit der Verfolgung dieser Vergehen überfordert, es bedarf Initiativen wie die der Wegeheld-App“, so der Geschäftsführer der Agentur für clevere Städte und Initiator der Wegeheld-App Heinrich Strößenreuther.

Deutschland lädt zum Falschparken ein, die Strafen tun kaum weh: Das Bußgeld für Parken auf dem Radweg liegt in Deutschland bei 1,2 Prozent des Nettohaushaltseinkommens. In Griechenland sind es beispielsweise 10 Prozent, in Spaniern achtmal mehr als in Deutschland. Auch im Fahrrad- Vorbildland Niederlande machen die vier Kavaliersdelikte in Summe 44% vom Haushaltsnettoeinkommen aus.

„Das tut weh, da überlegt man sich zweimal, ob man andere zuparkt und gefährdet.“, so Strößenreuther. Zum Vergleich: 60 € kostet Schwarzfahren, 2,40 € die Einzelfahrt im ÖPNV, aber umgerechnet nur 33 ct für das tägliche Falschparken auf Rad- und Gehwegen oder Behindertenparkplätzen. „Solange in Deutschland der Verkehrsraum systematisch zugunsten der Autofahrer subventioniert ist, wird das Falschparken aus Angst vor der Autolobby bewusst toleriert“, so Strößenreuther zum Dilemma der Ordnungshüter.

„Wer es ablehnt, mit der Wegeheld-App auf das rücksichtslose Zuparken aufmerksam zu machen, der soll die Anhebung der Bußgeld-Sätze fordern. Ansonsten möchte man wohl nur weiter kosten- und rücksichtslos auf den Wegen anderer parken“. Dabei zeigen Umfragen, dass sich die Hälfte der Bevölkerung für ein energischeres Vorgehen gegen Falschparker und höhere Bußgelder ausspricht. 

Mehr dazu: www.wegeheld.org