12.06.2015 11:23 Alter: 5 Jahre

BSK und weitere Behinderten- und Sozialverbände fordern unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit

Kategorie: Juni 2015

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. sowie weitere Behinderten- und Sozialverbände fordern die Bundesregierung auf, im Zuge der Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes endlich eine unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit zu schaffen und dauerhaft zu finanzieren.

Anlass war ein Parlamentarisches Frühstück des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit, an dem auch Maik Nothnagel, Referent für Sozial- und Gesundheitspolitik im BSK, teilnahm. „Über eine solche Fachstelle soll die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes, sowie der UN-Behindertenrechtskonvention vorangetrieben werden“, erklärt Gerwin Matysiak, Bundesvorsitzender im BSK und fügt hinzu „damit würden auch die Interessenvertretungen, also Verbände und Vereine, Unterstützung bei ihren Forderungen zur Einhaltung der gesetzlich verankerten Barrierefreiheit erhalten“.

Eine Fachstelle für Barrierefreiheit könne auf bestehende Strukturen und Kompetenzen des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit (BKB) aufbauen. Dieses ist für Menschen mit Behinderung und damit auch für die sie vertretenden Verbände seit seiner Gründung 2008 zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Prozess der Herstellung von Barrierefreiheit geworden. „Sinnvoll ist es, das vorhandene Knowhow systematisch zu bündeln, weiterzuentwickeln und allen Menschen zentral zur Verfügung zu stellen“, so Mascher.

„Für uns in den Bundesländern ist das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit ein unverzichtbarer Netzwerkpartner und Koordinator. Und dies keinesfalls nur im baulichen Bereich, sondern für Leitfäden fürs Museum, Standards für Produkte, im Verkehr sowie im Tourismus. Wir brauchen verlässliche Informationen und den Austausch für eine effektive und geforderte Beteiligung an allen Prozessen ‚auf Augenhöhe‘ für die vielen, meist ehrenamtlich aktiven Menschen mit Behinderung und ihre Partner“, betont die Gastrednerin beim Parlamentarierfrühstück, Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Die Behinderten- und Sozialverbände sind davon überzeugt, dass einer unabhängigen Fachstelle für Barrierefreiheit eine herausragende Bedeutung bei der Umsetzung der UN-Behindertenkonvention zukommt. Es brauche bei der Umsetzung von Barrierefreiheit vor Ort einen zentralen Ansprechpartner für Behindertenverbände, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, der Standards bündelt, Wissenslücken identifiziert und systematisch schließt. „Die Einrichtung einer solchen Stelle ist eine staatliche Aufgabe, die ausreichend finanziert werden muss“, betont Andreas Bethke, Vorstandsvorsitzender des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit.