09.06.2016 13:24 Alter: 4 Jahre

BSK fordert gleiche Entschädigungsleistungen für Heimkinder mit Behinderung

Kategorie: Juni 2016
Von: Peter Reichert

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 16.6. werden Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder unter anderem darüber sprechen, wie eine Entschädigung von ehemaligen Heimkindern mit körperlicher und geistig/seelischer Behinderung aussehen kann. Worum geht es: Ehemalige Heimkinder in Ost und West erfuhren in Heimen Unrecht und Leid.

Im Rahmen des Fonds „Heimerziehung“ wurden Kriterien festgelegt unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe ehemalige Heimkinder eine Entschädigung bzw. Rentenersatzleistungen erhalten können. Ausgeschlossen hiervon waren Betroffene aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrien. Nun soll über die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ diesen Betroffenen die Möglichkeiten für Schadensersatz für erlittenes Unrecht eingeräumt werden.

Schon in seinem Schreiben Anfang des Jahres an die Ministerpräsidenten forderte der BSK, dass die Betroffenen eine Entschädigung analog des Fonds Heimerziehung erhalten. Im Vorfeld des jetzigen Treffens haben wir die Ministerpräsidenten nochmals angeschrieben und darin gefordert, dass die Betroffenen eine Entschädigung analog dem Fonds Heimerziehung erhalten und eine ausreichend lange Frist für die Anmeldung ihrer Ansprüche eingeräumt wird.

Zur Diskussion stehen gerade einmal pauschal 7000 Euro Entschädigung und 3000 bzw. 5000 Euro Rentenersatzleistung, je nach Dauer der geleisteten Arbeit. Zum Vergleich: ehemalige Heimkinder die aus dem Fonds Heimerziehung entschädigt werden bekommen 10.000 pauschale Entschädigung und pro geleisteten Monat Arbeit 300 Euro Rentenersatzleistung.

Dies ist eine hochgradige Ungleichbehandlung. Der BSK fordert hingegen in seinem Brief an die Ministerpräsidenten eine Gleichstellung analog dem Fonds Heimerziehung. „Es ist schlimm genug, dass beim Fonds Heimerziehung die ehemaligen Heimkinder mit körperlichen und seelischen Behinderungen nicht berücksichtigt worden sind.

Jetzt sollen sie zwar eine Entschädigung bekommen, die aber nicht annähernd so hoch wie bei anderen Heimkindern ist. Diese Ungleichbehandlung ist nicht gerechtfertigt“, sagt Maik Nothnagel vom BSK.