30.06.2017 13:14 Alter: 3 Jahre

Abschlusstagung der Meldestelle für barrierefreie Fernlinienbusse

Von: Andrea Fabris/Maik Nothnagel

Noch gibt es nicht genügend barrierefreie Fernlinienbusse

Die Meldestelle für barrierefreie Fernlinienbusse hat die letzten drei Jahre mit den unterschiedlichsten Aktionen, unter anderem den Mobilitätsscouts als Tester für die Barrierefreiheit der Busse, die Einführung barrierefreier Fernlinienbusse begleitet. Bei der dreitägigen Veranstaltung, die vom 26. bis 28. Juni 2017 stattfand, gab es neben einem politischen Grillen und vielen Fachvorträgen auch noch einmal die Möglichkeit für die Mobilitätsscouts in Erfahrungsaustausch zu treten.

Die Tagung begann mit der Besichtigung eines barrierefreien Fernbusses von Flixbus und des Inklusionstaxis des SoVD e.V.. Es zeigte sich sehr schnell, dass es trotz der Barrierefreiheit Probleme bei der Sicherung von Rollstühlen und beim Einstieg in den Bus gibt. „Ein Manko ist auch, dass es für Menschen mit Behinderung fast unmöglich ist die Toiletten im Bus zu nutzen.“, sagt Maik Nothnagel Referent für Barrierefreiheit beim BSK. „Das bedeutet letztendlich, dass Menschen mit Behinderung auf die Pausen und die barrierefreien Toiletten in den Busbahnhöfen angewiesen sind.“

Zum anschließenden politischen Grillen im Innenhof des SoVD e.V. in der Berliner Kurfürstenstraße waren die Verkehrspolitischen Sprecher des Bundestages Annette Sawade SPD, Michael Donth CDU/CSU und Matthias Gastl Bündnis 90/Die Grünen gekommen. Sie stellten sich den kritischen Fragen der Mobilitätsscouts, wie es denn nun weiter gehe und warum die Politik so wenig für Barrierefreiheit tut. Auch mit auf dem Podium saßen Jörg Brackmann als Vertreter von Flixbus, vom Inklusionstaxi des SoVD e.V. Lutz - Stephan Mannkopf und Gabriele Dietz, die als Mobiscout einige Fahrten selber durchgeführt hat und so manches interessantes zu berichten wusste. Mannkopf vom SoVD machte auch noch einmal sehr deutlich, dass es zwingend notwendig ist auch im innerörtlichen Individualverkehr Barrierefreiheit zu schaffen. Und somit eine barrierefreie Reisekette zu gewährleisten.

Der zweite Tag war vom fachlichen Austausch geprägt. So erzählte Johann Nowicki vom ADAC über den Test der Fernbusbahnhöfe und was der ADAC in puncto Barrierefreiheit noch so vorhat. Patrick Kurth von Flixbus und Kai Neumann von IG Fernbus bdo erzählten von den Schwierigkeiten bei der Einführung der Barrierefreiheit die es zu bewältigen gilt. Dies betrifft vor allem die Gestaltung der Haltestellen der Fernbusse, sowie die Informationen vor Ort. Hier müssen die Städte und Gemeinden mehr in die Pflicht genommen werden. Den Abschluss bildete der sehr lebendige Vortrag von Dr. Astrid Oehme von Human Factors Consult und Dr. Thomas Fliege von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, der über die Evaluation und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Barrierefreiheit sprach.

Am letzten Tag der Abschlussveranstaltung ging es noch mal in den internen Austausch der Mobiscouts. Alle waren sich einig: Es muss unbedingt weiter gehen und der Prozess der Einführung der Barrierefreiheit im Fernlinienbusverkehr weiter begleitet werden.