05.05.2021 07:49 Alter: 40 Tage

Rote Karte für Hamburgs Schulbehörde - BSK-Aktion zum 5. Mai in Hamburg

Von: Peter Reichert

Am europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung (5. Mai) zeigen Schülersprecher und Elternrat der Stadtteilschule Bergedorf (GSB) der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) die rote Karte: Noch immer ist das Mittelstufenhaus der GSB nicht barrierefrei zugänglich.

Schülersprecherin Amelie Teske und Elternratsmitglieder Silke Brockerhoff und Angela Söhl vor dem Eingang zum Mittelstufenhaus der GSB. Der Eingang ist barrierefrei gestaltet. Allerdings endet der Zugang für Rollstuhlfahrer am Fuße der Treppe in den ersten und zweiten Stock.

Schülersprecherin Amelie Teske und Elternratsmitglieder Silke Brockerhoff und Angela Söhl vor dem Eingang zum Mittelstufenhaus der GSB. Der Eingang ist barrierefrei gestaltet. Allerdings endet der Zugang für Rollstuhlfahrer am Fuße der Treppe in den ersten und zweiten Stock.

Anlässlich des europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung verteilt der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. rote Karten für bauliche Barrieren (Europäischer Protesttag (bsk-ev.org)).

An dieser Aktion beteiligen sich Schüler*innen und Eltern der GSB. Obwohl sich die Hamburger Schulbehörde die Inklusion seit mehr als zehn Jahren auf die Fahne schreibt und die Stadtteilschule Bergedorf Schwerpunktschule u.a. für körperbehinderte Kinder und Jugendliche ist, fehlt im dreigeschossigen Mittelstufenhaus weiterhin ein Fahrstuhl.

Seit der Grundsanierung des Mittelstufenhauses 2018 setzen sich Schülersprecher und Elternrat der GSB für den nachträglichen Einbau eines Fahrstuhls ein. Die BSB betrachtet es als ausreichend, dass Klassenräume im Erdgeschoss des Mittelstufenhauses barrierefrei zugänglich sind. Allerdings: Dies entspricht nicht dem, was die UN-Behindertenrechtskonvention unter Barrierefreiheit versteht. Baulich barrierefrei ist eine Schule erst, wenn alle Schülerinnen und Schüler einen gleichberechtigten Zugang zu allen von ihnen genutzten Räumen haben.

Um die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, hat die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen im Februar 2019 eine Bauprüfdienst-Verordnung „Barrierefreies Bauen“ erlassen. Diese sieht vor, dass in Schulen alle Bereiche, die von Schülern genutzt werden, barrierefrei zu gestalten sind. Treppen sind „als einzige vertikale Verbindung unzulässig und müssen durch Aufzüge oder Rampen ersetzt werden.“

Für 2023 plant Hamburg die Fortschreibung seines Landesaktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Mit uns! Inklusion gestalten - hamburg.de). Das Ziel ist hochgesteckt. Hamburg möchte „Inklusionsmetropole“ werden. Dies gelingt nur, wenn die Schulbehörde ihre Definition von Barrierefreiheit endlich an die der UN-Behindertenrechtskonvention anpasst.

Kontakt Schülersprecher der GSB: schulsprecher@stsbergedorf.de Elternrat der GSB: elternrat@stsbergedorf.de sowie elternrat-gsb.de

Foto: Schülersprecherin Amelie Teske und Elternratsmitglieder Silke Brockerhoff und Angela Söhl vor dem Eingang zum Mittelstufenhaus der GSB. Der Eingang ist barrierefrei gestaltet. Allerdings endet der Zugang für Rollstuhlfahrer am Fuße der Treppe in den ersten und zweiten Stock.