11.03.2020 12:12 Alter: 126 Tage

Ein glanzvoller und emotionaler Abend

Kategorie: März 2020

Christiane Reppe wird Niedersachsens „Behindertensportlerin des Jahres“

Zwei Männer und zwei Frauen stehen bei einer Preisverleihung auf der Bühne. Die Frau in der Mitte bekommt den Preis überreicht.

Behindertensportlerin des Jahres mit Ehrengästen und Präsident (v.l.):

So glanzvoll die Gala „Behindertensportler*in des Jahres“ seit 2001 immer wieder ist, gestern Abend wurde dieser Glanz von einer Person noch überstrahlt. Christiane Reppe, die Siegerin der Jubiläums-Wahl umfasste mit ihrem bezaubernden Lächeln das gesamte GOP Varieté Hannover, als ihr Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbands Niedersachsen (BSN), gemeinsam mit Sozialministerin Dr. Carola Reimann die von Siegfried Neuenhausen geschaffene Siegestrophäe überreichte.

„Sport führt Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Es beeindruckt mich, was die Kandidatin und die Kandidaten, die zur Wahl standen, für sportliche Erfolge erreicht haben. Das ist eine tolle Werbung für den Behindertensport insgesamt und ein Zeichen, welch großartige Leistungen Menschen mit Behinderungen erbringen können. Ich gratuliere der Gewinnerin ganz herzlich“, erklärte die Niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann.

Schier sprachlos schien die Para Triathletin – die „Behindertensportlerin des Jahres“ 2020 –, während der begeisterte Applaus der 300 geladenen Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft, Sozial- und Behindertenverbänden kein Ende nehmen wollte. Schon während der würdigenden Laudatio von Sport-Ehrengast Sven Sören Christophersen wurde aus dem zunächst ungläubigen Blick nach und nach dieses unverwechselbare Strahlen der 32-Jährigen. Das war umso größer, nachdem erst wenige Tage zuvor festgestanden hatte, dass Christiane Reppe überhaupt an der Gala würde teilnehmen können. Das im paralympischen Jahr so wichtige erste Weltcup-Rennen in Abu Dhabi war wegen der Corona-Gefahr kurzfristig abgesagt worden. „Ich freue mich wahnsinnig, heute Abend wider Erwarten hier zu sein“, sagte die Athletin, die eigentlich per Video ins Programm hätte eingebunden werden müssen.

„Diese bundesweit einzigartige Sportlerwahl wird wieder ein höchst emotionales Ereignis“, hatte BSN-Präsident Karl Finke bereits in seiner Begrüßungsrede vorhergesagt und sollte damit Recht behalten. Denn auch wenn die festliche Gala im GOP nach 19 „Vorläuern“ routiniert über die Bühne ging, so ist sie auch dieses Mal nicht in Routine erstarrt, sondern war ein „unbezahlbarer Abend“, wie Finke ihn nannte, mit ganz besonderen Höhepunkten.

Emotional war allerdings auch ein trauriger Moment, denn es galt, Heiner Rusts zu gedenken, der Anfang Februar nach langer Krankheit verstorben ist, Mitbegründer der ersten Wahl „Behindertensportler*in des Jahres“ vor 19 Jahren, ehemaliger Vorsitzender der Heiner-Rust- Stiftung, langjähriger Präsident und Ehrenpräsident des BSN. „Es ist nicht zuletzt in seinem Sinn, wenn wir heute diesen festlichen Abend begehen und die Tradition fortsetzen“, sagte Karl Finke.

Traditionell hatten sich auch viele tausend Menschen an der beliebten BSN-Wahl beteiligt. Insgesamt fast 14.500 Stimmen wurden für die Athlet*innen abgegeben. Davon entfielen 4.428 auf Christiane Reppe (30,8 Prozent), 2.978 auf den zweitplatzierten Sportschützen Tim Focken (20,6) und 2.395 auf den Leichtathleten Alexander Bley (16,5). Auf den Plätzen vier bis sechs landeten Rollstuhlbasketballspieler Jan Haller (2.271/15,7), Leichtathlet Phil Grolla (1.227/8,4) und Badmintonspieler Jan-Niklas Pott (1.181/8,0).

Ein Text von Heike Werner