11.02.2020 12:56 Alter: 222 Tage

Serie: Gute Gesundheitsseiten im Netz

Kategorie: Februar 2020
Von: Peter Reichert

Medizinische Informationen zu verschiedenen Krankheitsbildern und -themen

Sie suchen nach Informationen zu Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten von Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes? - Einige Informationsquellen im Internet möchte Ihnen das Fachteam Gesundheit des BSK vorstellen.

Gesundheitsinformationen des IQWiG

Eine offizielle und neutrale Quelle von Informationen zu medizinischen Themen sind die „Gesundheitsinformationen“ des „Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Zugegeben, ein ziemlich sperriger Name. Was verbirgt sich dahinter? Das Institut ist eine fachlich unabhängige wissenschaftliche Einrichtung der privaten und gemeinnützigen Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Eine seiner gesetzlichen Aufgaben ist es, die Bevölkerung, also Sie, zu gesundheitlichen Fragen auf der Basis der Evidenz Basierten Medizin (Medizin auf Grund von aussagekräftigen und methodisch hochwertigen Studien ermittelten Erkenntnissen) zu informieren.

Auf den Internetseiten www.gesundheitsinformation.de finden Sie Informationen zu einer Vielzahl an Themen. Sie können nach „Themengebieten“ suchen, wie z.B. Evidenz Basierte Medizin oder Individuellen Gesundheitsleistungen (Diagnostik oder Verfahren, die Ärzte anbieten, aber nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden).

Über die Themengebiete können Sie unter den Bezeichnungen für verschiedene Organsysteme (z. B. „Atemwege“, „Knochen, Muskeln, Gelenke“, „Nervensystem und Kopf“ usw.) sich verschiedene Erkrankungen anzeigen lassen. Eine andere Suchmöglichkeit sind die „Themen von A bis Z, wenn Sie nach einer bestimmten Erkrankung suchen. Zu den einzelnen Themen können sie sich sowohl einen Überblick anzeigen lassen, als auch unter „Mehr Wissen“ bzw. „Extras“ weiterführende Informationen.

Darüber hinaus haben Sie über das Auswahlmenü die Möglichkeit interessante Artikel zusammenzustellen um sie dann auszudrucken. So können Sie sich Ihr ganz persönliches Heft mit Gesundheitsinformationen anlegen, wenn Sie dies möchten.

Kassenärztliche Bundesvereinigung - KBV

Eine weitere gute Informationsquelle zu verschiedenen Krankheitsbildern ist die Internetseiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (https://www.kbv.de/html/index.php).

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ist der Dachverband, in dem die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen organisiert sind. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben die ambulante ärztliche Versorgung sicherzustellen und sind die Organisation der Ärzte einer Region, die mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen dürfen. Wenn Sie auf die Internetseite der KBV gehen, finden Sie dort eine Vielzahl an Informationen. Wenn Sie nicht an Fach- und Rechtsinformationen für Ärzte interessiert sind, können Sie den Button „Patienten Info“ anklicken und gelangen auf die Seite „Service für Patienten“. Schon dort finden Sie einige Informationen, die vielleicht hilfreich für Sie sind wie z.B. „Tipps für den Arztbesuch“ bzw. die Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst (bundesweit 116 117). Unter dem ersten Unterpunkt „Arztsuche“ können Sie nach Ärzten in Ihrer Region und einer bestimmten Fachrichtung suchen.

Mit dem Unterpunkt „Gesundheitsinfos“ kommen Sie auf eine alphabetische Liste zu verschiedenen Erkrankungen und anderen Themen. Diese Liste wird beständig erweitert. Von „Antibiotika“, über „Depressionen“, „Durchblutungsstörung der Beine“, „Rheumatoide Arthritis“ bis „Tuberkulose“ finden Sie eine bunte Sammlung. Für den Inhalt zeichnet das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), ein Gemeinsames Institut von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung verantwortlich.

 AWMF Leitlinien

Diejenigen, die sich bereits gut auskennen bzw. wissen wollen, nach welchen Maßgaben sich Ärzte bei der Diagnostik und Behandlung orientieren, können sich auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft für medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften (AWMF) informieren. Hier sind die jeweiligen Leitlinien für die Ärzte und teilweise auch Informationen für Patienten hinterlegt. Leitlinien fassen das aktuelle medizinische Wissen zusammen und sollen dazu beitragen, dass das die Ergebnisse medizinischer Forschung, in das alltägliche Behandlungsgeschehen Eingang finden.

In den Leitlinien sind Nutzen und Risiken verschiedener diagnostischer Maßnahmen bzw. Therapiemöglichkeiten bei verschiedenen Symptomen bzw. Krankheitsbildern zusammengefasst. Darüber hinaus geben Sie Informationen, wie gut die jeweilige Information bzw. Empfehlung wissenschaftlich belegt ist (Evidenzgrad). Auf Grund der schnellen Veränderung des medizinischen Wissens werden die Leitlinien regelmäßig aktualisiert. Leitlinien sind Orientierung für ärztliches Handeln, aber keine verbindlichen Vorschriften wie z.B. Gesetze oder Richtlinien.

Ärzte können von den Leitlinien im konkreten Fall abweichen. Allerdings sollte dies begründet sein. Auf den Internetseiten der AWMF finden Sie auch Patientenleitlinien, die sich als laienverständliche „Übersetzung“ der Leitlinien für die Ärzte der jeweiligen Fachgesellschaft verstehen. Zunächst gehen Sie auf die Internetseite der AWMF (https://www.awmf.org/leitlinien.html) und rufen dort den Punkt „Leitlinien“ auf und wählen den Menüpunkt „Patienteninformation“.

Dort finden Sie – das kennen Sie schon – verschiedene Körperbereiche, unter denen die Infos jeweils eingestellt sind wie z.B. unter „Gehirn und Nerven“ die Patienteninformation zu „Schlaganfall“ bzw. „Nervenschädigungen bei Diabetes“. Es gibt noch nicht zu allen Erkrankungen Patientenleitlinien, da es die Patienteninformationen noch nicht so lange im Portal der AWMF gibt.

IGel- Monitor

Der Igel Monitor (https://www.igel-monitor.de/) ist eine Internetseite des medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes der Krankenkassen (MDS). Hier finden sie Informationen zu sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen. Das sind diejenigen Leistungen, die Ärzte erbringen und der Patient selber zahlen muss, also Selbstzahlerleistungen. Dazu gehören unter anderem Reise- und Sportmedizinische Untersuchungen, genauso wie beispielsweise Augen- Innendruckmessung, Bachblütentherapie oder der PSA Test zur Früherkennung von Prostata Krebs beim Mann. Der MDS wertet die Studien für die einzelnen Igel Leistungen aus und bewertet sie dann nach dem Schema „positiv“, „tendenziell positiv“, „unklar“, „tendenziell negativ“ und „negativ“. So kann man sich als Patient ein gutes Bild machen.

Die bewerteten Leistungen sind alphabetisch geordnet. Für den schnellen Überblick gibt es die Rubrik „Igel-Info kompakt“, für weitergehende Informationen „Igel-Info ausführlich“. Zusätzlich gibt es noch Merkblatt mit den wichtigsten Informationen im Überblick. Außerdem recht hilfreich die Tipps zu Igel Leistungen und was man vor und während des Arztbesuchen beachten sollte.