03.03.2020 09:46 Alter: 201 Tage

Fernlinienbusse - Barrierefreiheit weiter fraglich

Kategorie: März 2020
Von: Peter Reichert

Kristina Vogel: „Barrierefreiheit als Voraussetzung für eine Teilhabe"

Ein Portrait von Kristina Vogel

Kristina Vogel, ehemalige deutsche Bahnradsportlerin, zweifache Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin

Fernlinienbusse sind eine günstige Alternative zum Auto oder der Bahn – und sollen es ab sofort für alle Menschen sein. Denn seit Januar dieses Jahres sind die Betreiber von Fernlinienbussen gesetzlich dazu verpflichtet, Barrierefreiheit in ihrer gesamten Flotte zu gewährleisten.

Aber erste Erkenntnisse des Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) deuten darauf hin, dass die Betreiber dieser Pflicht noch nicht nachgekommen sind. Die “Meldestelle für barrierefreie Fernlinienbusse“ beim BSK stellte in den letzten Wochen Buchungsanfragen bei zwei von sechs deutschen Fernlinienbusanbietern – mit ernüchterndem Ergebnis.

„Unsere Bemühungen, für Rollstuhl-fahrer*innen eine Fahrt zu reservieren, scheiterten bereits bei der Buchung. Barrierefreie Busse sind entweder gar nicht vorhanden oder werden nur auf bestimmten Strecken eingesetzt“, stellt Julia Walter, Mitarbeiterin der Meldestelle für barrierefreie Fernlinienbusse beim BSK, fest. Barrierefreie Fernbuslinien stärken die Teilhabe und die Mobilität von Menschen mit Behinderungen.

Entsprechend sind Fernlinienbusanbieter seit Anfang 2019 dazu verpflichtet, in jedem Bus mindestens zwei Plätze für Rollstuhlnutzer*innen bereitzustellen. Sollte das weitere Monitoring der Meldestelle beim BSK den Verdacht erhärten, dass Linienbetreiber im großen Stil gegen diese Vorschrift verstoßen, wird der BSK mit Unterstützung der auf strategische Prozessführung spezialisierten Grundrechtsorganisation Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. juristische Schritte prüfen.

„Für Menschen, die auf ein Hilfsmittel angewiesen sind, ist barrierefreie Mobilität eine Voraussetzung für eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben“, betont Kristina Vogel, ehemalige deutsche Bahnradsportlerin, zweifache Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin gegenüber dem BSK. „Alle Fernlinienbusse sollten barrierefrei sein, damit möglichst viele Menschen mit und ohne Behinderungen dieses Angebot nutzen können“.

Der BSK veranstaltet dazu am Freitag, den 6. März 2020 von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr eine Podiumsdiskussion „BSK im Dialog“ mit Vertretern der Fernlinienbusbetreiber, Politikern und Gästen in den Räumen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in der Mauerstraße 93 in 10117 Berlin.

Einladungsschreiben Initiates file downloadhier herunterladen

Anmeldung Initiates file downloadhier möglich