21.12.2019 10:25 Alter: 204 Tage

Nicht barrierefreie Züge in Schleswig-Holstein - Gut gemeint – Problem aber nur verlagert!

Kategorie: Dezember 2019
Von: Peter Reichert
Foto zeigt Matthias Krasa, Jan Homfeld und Heike Witsch

Matthias Krasa, Leiter der BSK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, Jan Homfeld, Mitarbeiter des Landesbeauftragten und Heike Witsch, Leiterin der BSK-Kontaktstelle Hohenwestedt

Am 18.12. hat der Verkehrsverbund Nah.sh in Kiel erneut zum „Runden Tisch für mobilitätseingeschränkte Reisende“ eingeladen. Den Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. vertraten Matthias Krasa, Leiter der BSK-Landesvertretung Schleswig-Holstein und Heike Witsch, Leiterin der Kontaktstelle Hohenwestedt.Thema war die Bestellung nicht barrierefreier Züge durch den Verkehrsverbund Nah.sh beim Hersteller Stadler für das Bahnnetz Ost.

Nachdem die Planung der Züge am 21.10.19 erstmalig am Runden Tisch vorgestellt wurden gab es energischen Protest aus den Verbänden. Hauptkritikpunkte sind die 15 Prozent steilen Rampen und die mangelnde Bewegungsfläche mit nur 1,17 Meter Länge zwischen den beiden gegenüberliegenden Rampen.

Wie die Nah.sh jetzt mitteilte, wurde im Rahmen einer Neuplanung die Steigungen auf neun Prozent im Eingangsbereich reduziert. Die Rampe zum Fahrgastraum bleibt mit zwölf Prozent für Menschen mit ihrem Hilfsmittel nicht selbständig befahrbar. Diese Neuplanung bedingt eine Reduzierung der ebenerdigen Bewegungsfläche zwischen den Eingangstüren auf nur noch 100 cm.

Nach Auskunft der Nah.sh soll bis Ende Januar ein maßgerechtes Holzmodel vom Eingang zu Erprobungszwecken gebaut werden. Für die beiden BSK-Vertreter Heike Witsch und Mathias Krasa ist das nicht akzeptabel: „Wir haben klare Vorschriften für einen barrierefreien Nahverkehr.

Die jetzt vom Nah.sh präsentierten Nachbesserungen auf Kosten der Steuerzahler sind nicht barrierefrei und werden von uns und den anderen Verbänden für Menschen mit Behinderung nicht akzeptiert“. Für Witsch und Krasa ist nur eine Lösung annehmbar, die auf dem BGG und im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 9, Absatz 1 erfolgt.