15.08.2019 09:40 Alter: 34 Tage

Aktuelle Umfrage zeigt: Jeder Zweite erlebt Diskriminierung wegen Beeinträchtigung

Kategorie: August 2019
Von: Peter Reichert

Aktion Mensch-Kampagne gegen Hass und für Inklusion

Diskriminierungserfahrungen haben starke Auswirkungen auf das Leben von Menschen mit Beeinträchtigung: Fast alle von Diskriminierung betroffenen Befragten (93 Prozent) berichten über emotionale und psychische Belastungen, 88 Prozent spüren sogar körperliche Auswirkungen.

Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des internationalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 517 Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen. In Auftrag gegeben wurde sie von der Aktion Mensch, die sich mit ihrer aktuellen Kampagne gegen Diskriminierung und für Inklusion von Anfang an einsetzt. Jeder Zweite ist betroffen Erfahrungen mit Diskriminierung hat bereits mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) gemacht.

Bei den 18- bis 50-Jährigen sind es mit 70 Prozent sogar noch deutlich mehr. Dabei kommen nach Angaben der Befragten mit Diskriminierungserfahrungen diese am häufigsten im alltäglichen Umgang vor - zum Beispiel durch rücksichtsloses Verhalten (60 Prozent) - oder in Form direkter verbaler Belästigung (41 Prozent). Besonders erschreckend: Mehr als jeder Zehnte (11 Prozent) hat sogar schon körperliche Angriffe erlebt. Diskriminierungen in der Gesellschaft nehmen nach Ansicht der Mehrheit der befragten Menschen mit Beeinträchtigung (52 Prozent) sogar noch weiter zu.

Bei der Frage nach den drei wichtigsten Akteuren, die diesem Trend entgegenwirken sollten, nennen mehr als drei Viertel (77 Prozent) alle Mitglieder der Gesellschaft - also jeden Einzelnen. Kampagne gegen Intoleranz und für Inklusion von Anfang an Diese Verantwortung aller Menschen für ein inklusives Miteinander steht auch im Mittelpunkt der aktuellen Kampagne, mit der die Aktion Mensch ihr Engagement zum Thema „Inklusion von Anfang an“ weiterführt. In ihrem neuen Kampagnenfilm „Mission Zukunft 2: Realitätsschock“ zeigt sie, dass Inklusion und ein vorurteilsfreier Umgang noch lange nicht selbstverständlich sind.

Sie will damit ein Zeichen gegen Intoleranz, Hass und die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung setzen. Das passt auch zum Wunsch der Befragten, mehr über das Thema aufzuklären und Diskriminierung stärker öffentlich zu machen. Gleichzeitig ruft die Aktion Mensch dazu auf, sich aktiv für Inklusion einzusetzen: Jeder kann etwas tun und #Inkluencer werden. Unter www.aktion-mensch.de/vonanfangan finden Interessierte den Kampagnenfilm, mehr Informationen zum Thema Diskriminierung sowie viele Möglichkeiten, sich für „Inklusion von Anfang an“ zu engagieren. Denn: Wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen, dann hat Intoleranz keine Zukunft.

Über die Studie

Für die Online-Befragung zum Thema „Diskriminierungserfahrungen“ hat das internationale Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov (https://yougov.de/) deutschlandweit insgesamt 517 Menschen (ab 18 Jahren) mit Beeinträchtigung befragt. Die Umfrage erfolgte vom 29. Juli bis zum 3. August 2019. Unter Menschen mit Beeinträchtigung sind in der vorliegenden Studie Personen gemeint, die eine Behinderung oder chronische Erkrankung haben.