17.10.2018 14:10 Alter: 310 Tage

BSK im Bundestag zum Thema „Barrierefreiheit im Schienenverkehr“ vertreten!

Von: Peter Reichert

Unter der Leitung von Daniela Kluckert (FDP) fand am Montag dem 15. Oktober 2018 eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur statt. Zu dem Thema „Barrierefreiheit im Schienenverkehr“ stellte Geschäftsstellenleiter des Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) Ulf-D. Schwarz heraus, dass sich beim Bemühen um mehr Barrierefreiheit in den vergangenen Jahren aus Sicht des BSK viel verbessert habe. Allerdings bleibe auch weiterhin viel zu tun. Schwarz ging unter anderem auf die Diskussion um die Angleichung der Bahnsteighöhen ein. Dass „Zug und Bahnsteighöhe zueinander passen“, sei für die Barrierefreiheit entscheidend. In der Realität sei das aber oft nicht der Fall. Auch fehlendes, oder auch zum Teil schlecht ausgebildetes, Personal an Bahnhöfen sei ein Kernproblem. So können Menschen mit Mobilitätseinschränkung oft keine Hilfeleistung in Anspruch nehmen. Schwarz betonte zum Schluss, dass der Wettbewerb auf der Schiene begrüßt wird und man sich über Angebote von Bahnwettbewerber Flixtrain freue, aber die von dem Unternehmen eingesetzten, oft älteren Wagen, seien „ganz weit weg von Barrierefreiheit“.

Rüdiger Leidner, Vorsitzender des Vereins „Tourismus für Alle Deutschland“ kritisierte ebenfalls fehlendes Personal an den Bahnhöfen. Aber auch schon zu Beginn einer Reise stoße man auf Barrieren, da die Website der DB AG nicht barrierefrei im Sinne der Bundesinformationstechnikverordnung sei.

Ellen Engel-Kuhn, Leiterin der Kontaktstelle für Behindertenangelegenheiten bei der DB AG, stellte die Bemühungen des Unternehmens zur Schaffung von Barrierefreiheit heraus. Von den rund 5.400 Bahnhöfen, welche von DB Station&Service betrieben werden, seien etwa 77 Prozent stufenlos erreichbar und es würden durchschnittlich 100 Bahnhöfe pro Jahr verbessert werden. Des Weiteren seien 4.800 der 9.300 Bahnsteige bereits mit einem taktilen Leitsystem aus Bodenindikatoren ausgestattet. Auch neue Fahrzeuge, wie der ICE 4, welcher seit 2017 im Einsatz ist, sollen „Maßstäbe setzt, was das Thema Barrierefreiheit angeht“. Der ICE 4 sei gemeinsam mit den Menschen mit Behinderungen entwickelt worden und die Vorgaben aus der entsprechenden EU-Verordnung seien umgesetzt worden, betonte Engel-Kuhn.

Bei der Frage, welche Maßnahmen schnell umsetzbar seien, sagte Martin Schmitz, Geschäftsführer für den Bereich Technik im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), dass Bauen nie schnell ginge. „Schnelle“ Maßnahmen sähe er eher im digitalen Bereich, etwa beim Routing und der Reiseunterstützung.

Für den Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. war es von großer Bedeutung, an dieser wichtigen Anhörung im Bundestag vertreten zu sein und selbst ein Statement und Erfahrungen zu diesem wichtigen Thema mit einzubringen.