15.06.2018 09:33 Alter: 2 Jahre

BSK-Landesvertretung Niedersachsen kritisiert fehlendes Bekenntnis der Landesregierung zur Inklusion

Kategorie: Juni 2018
Von: Peter Reichert

Der Bericht des Landesrechnungshofes legt offen, dass Parallelstrukturen im Bildungssystem rund 400 Millionen Euro verschlingen. Geld, das aus Sicht des Leiters der BSK-Landesvertretung Niedersachsen, Hans-Werner Eisfeld, auch sinnvoller eingesetzt werden könnte: „Als Mitglied des „Bündnis Inklusion“ haben wir oft betont, dass die Erhaltung von Doppelstrukturen nicht zielführend ist. Die Abschaffung der Förderschularten Sprache, Lernen und Emotionale Entwicklung wären ein klares Signal für Inklusion. Der Bericht des Landesrechnungshofes untermauert diese Forderung nun auch deutlich mit Zahlen.“

Die Große Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass Kinder mit Behinderungen bis zum Schuljahr 2022/23 weiterhin auf Förderschulen unterrichtet werden können. Im Schulsystem bleibt die Doppelstruktur, also das Nebeneinander von Förderschulen und inklusiver Regelschulen, demnach bestehen.

BSK-Bundesvorstand Karl Finke vermisst ein konsequentes Bekenntnis zur Inklusion „Das fehlende Bekenntnis zur Inklusion in Niedersachsen schafft Doppelkosten zu Lasten von Menschen mit Behinderungen. Die rückwärtsgewandte Politik, die sich lieber mit sowohl als auch, statt mit einem deutlichen Ja zur Inklusion positioniert, steht im Widerspruch zur UN-Behindertenrechtskonvention“, so Finke.

Die BSK-Landesvertretung, die sich neben dem „Bündnis Inklusion“ ebenfalls im Forum Artikel 30 UN-BRK/Inklusion in Kultur, Freizeit und Sport engagiert, wird ihre Forderung künftig verstärkt in die niedersächsische Politik einbringen „Beim Thema Inklusion kann es keine Kompromisse geben“, so Eisfeld.