25.01.2016 15:02 Alter: 5 Jahre

Start der ersten Stufe der Barrierefreiheit – Start der Mobilitäts-Scouts!

Kategorie: Januar 2016
Von: Peter Reichert

Seit dem 01.01.2016 ist die erste Stufe der Barrierefreiheit auf den Fernlinienbussen gestartet. Nach § 42b (in Verbindung mit § 62 Abs. 3) des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) müssen neu angeschaffte Fernlinienbusse zwei Rollstuhlplätze vorweisen. Ab dem 01.01.2020 gilt dies für alle Fernlinienbusse.

Der BSK schickt sog. „Mobilitäts-Scouts“ (liebevoll auch Mobi-Scouts genannt) auf Testfahrten, um die Barrierefreiheit auf den Fernlinienbussen zu überprüfen. Die Mobilitäts-Scouts wurden im August 2015 in einem Workshop des BSK geschult. Seit dem 01.01.2016 sind sie nun im Einsatz und prüfen die Fernlinienbusse auf die Barrierefreiheit.

Dabei wird nicht nur der Bus geprüft, sondern die komplette Mobilitäts- bzw. Reisekette – angefangen bei der Buchungsphase bis hin zur Abreisephase. Volker Schilling, Mobilitäts-Scout beim BSK, startete direkt am 01.01.2016 mit einer Testfahrt. Volker ist blind und wird von seinem Blindenführhund Merlin begleitet. Getestet wurde die Strecke Bremen – Hannover und wieder zurück. Auf der Hinfahrt fuhr Volker mit dem Fernlinienbusbetreiber MeinFernbus/Flixbus und auf der Rückfahrt mit Bex/Berlinlinienbus.

Beide Busse verfügten über keine Rollstuhlplätze, jedoch war Volker mit dem Servicepersonal im Bus sehr zufrieden. Ihm wurde Hilfe angeboten und auch gab es Informationen über Durchsagen, welche für Volker sehr wichtig sind, da er die Informationen auf den Tafeln nicht sehen kann. Auch bei der Mitnahme von Merlin gab es keine Probleme.

Sowohl der Busbahnhof in Bremen als auch in Hannover verfügten über reichliche und gute Beschilderung. Leider gab es an beiden Busbahnhöfen wenige bis gar keine Durchsagen bzgl. Informationen zu den Bussen. Dies ist vor allem für Menschen mit Blinden- und Sehbehinderung ein sehr großer Nachteil, denn sie können die Beschilderungen nicht sehen und sich keine Informationen zu den Bussen zugänglich machen.

Dennoch hat das Servicepersonal des Busbahnhofs Volker Hilfe angeboten und auch geleistet. Auch die Anreise zum Busbahnhof mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war sowohl in Bremen als auch in Hannover zufrieden stellend für Volker.

Volker gibt den Tipp, „vor Ticketbuchung immer mit dem Fernlinienbusbetreiber Kontakt aufzunehmen, denn hier kann man bestimmte Informationen und Dinge direkt abklären.“ Gerade wenn man in Begleitung (Assistenz oder Assistenzhund) reist, ist es wichtig, dies vorher beim Fernlinienbusbetreiber anzumelden. Volker wird noch viele Testfahrten für den BSK durchführen und uns seine Erfahrungen mitteilen.

Wir sind gespannt auf die nächsten Testfahrten! Wenn auch Du Mobilitäts-Scout werden möchtest, melde Dich bei uns!

Weitere Informationen bei: Meldestelle für barrierefreie Fernlinienbusse Kurfürstenstr. 131 10785 Berlin Tel.: 030 8145268-53 Mail: meldestelle@bsk-ev.org Internet: www.bsk-ev.org/arbeitsfelder/barrierefreie-fernlinienbusse-infos-meldestelle/