07.11.2014 10:12 Alter: 6 Jahre

ÖPNV-Expertin kritisiert Streikausdehnung bei der Deutschen Bahn

Kategorie: November 2014

Heike Witsch, ÖPNV-Expertin beim BSK e.V.

„Wir respektieren die Forderungen und Ansprüche der Tarifparteien beim Bahnstreik, haben jedoch kein Verständnis für unangemessen lange Streikausdehnung der Gewerkschaft“, sagt Heike Witsch, ÖPNV-Expertin beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. „Gerade Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die im Nah- und Fernverkehr auf die Beförderung mit der Bahn angewiesen sind, trifft dieser Streik hart“, kritisiert Witsch den viertägigen Ausstand. Sie schließt sich den Forderungen des Bundesbeauftragten für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste des Deutschen Bahnkunden-Verbandes (DBV) an. Der DBV verlangt in der gestrigen Pressemitteilung des Verbandes, dass es im Rahmen von gesetzlichen Notfahrplänen ein Mindestangebot im Nah- und Fernverkehr geben muss. Er begründet dies damit, dass „sonst alle behinderten Fahrgäste doppelt aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind“. Gewinner des Streiks sind die Fernlinienbusse, auf welche viele Fahrgäste umsteigen. Leider stellen die Fernlinienbusse für Menschen mit Behinderung keine Alternative dar, da diese noch nicht barrierefrei sind. Erst mit der stufenweisen Einführung der Barrierefreiheit in den Jahren 2016 und 2020 können Fernlinienbusse auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden.