privaten Vorsorge

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Behinderte und Chronisch Kranke nicht weiter von der privaten Vorsorge ausschließen  

(par-cz/bsk-pr) Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert die Versicherungswirtschaft auf, behinderten und chronisch kranken Menschen endlich vorbehaltlos private Versicherungen zu akzeptablen Konditionen anzubieten. Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung weist der Verband auf bestehende Diskriminierungen hin und mahnt die überfällige Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes an.

Mit der neu eingerichteten Versicherungsstelle für chronisch kranke und behinderte Menschen setzt sich der Verband gemeinsam mit der Union Versicherungsdienst GmbH für die Gleichbehandlung von behinderten Menschen in der privaten Vorsorge ein. „Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung beim Abschluss von Versicherungen verbietet, wird leider noch immer mit Füßen getreten“, kritisiert Heidi Merk, Vorsitzende des Paritätischen. „Nach über anderthalb Jahren sind die gesetzlichen Grundlagen immer noch nicht mit Leben erfüllt, die Unternehmen kommen ihrer Darlegungspflicht nicht nach, und behinderten Menschen wird nach wie vor in vielen Fällen der Abschluss von Privatversicherungen pauschal verwehrt.

Das ist ein bodenloser Skandal“, so Merk. Um passende Versicherungslösungen für chronisch kranke und behinderte Menschen zu gestalten, haben der Paritätische und die Union Versicherungsdienst GmbH gemeinsam die Versicherungsstelle für chronisch kranke und behinderte Menschen eingerichtet.

„Unser Ziel ist es, dass behinderten Menschen ausreichender Versicherungsschutz zur Verfügung steht“, so Merk, „in der Versicherungsstelle werden daher nun erstmalig Informationen und Bedarfe systematisch gebündelt und aufbereitet, damit bestehende Versicherungslücken aufgedeckt und durch neue Lösungen passgenau geschlossen werden können.“ „Mit der Einrichtung der Versicherungsstelle ist ein wichtiger Grundstein für den besseren Versicherungsschutz behinderter Menschen gelegt worden“, betont Manfred Klocke, Geschäftsführer der Union Versicherungsdienst GmbH.

Dabei richte sich das Informationsangebot nicht nur an behinderte Menschen. „Gerade junge Menschen müssten viel früher für die Bedeutung einer rechtzeitigen privaten Vorsorge sensibilisiert werden“, so Klocke. „Gravierende Funktionsstörungen, die das Leben schlagartig ändern, können jeden treffen. Wer sich erst nach einem solchen Schicksalsschlag mit möglichen Vorsorgemöglichkeiten beschäftigt, wird in der Regel im Regen stehen gelassen und ist doppelt gestraft.“ Die Aufklärung über die großen Lebensrisiken wie Altersarmut, Krankheit, Pflege, Berufsunfähigkeit und Behinderung und die Rolle der rechtzeitigen privaten Vorsorge gehörten daher in die Curricula aller Schulen.