Mobilitätstraining für Rollstuhlfahrer

Mobilitätstraining für Rollstuhlfahrer

Erstmals mit Unterstützung der Deutschen Bahn AG:

Mobilitätstraining für Rollstuhlfahrer in Dresden

Rollstuhlfahrer üben Nutzung der Überfahrbrücken/ Rampen der Deutschen Bahn

Mobilitätstraining am Bahnsteig 1

Einfahren mit Greifradrollstuhl

(lsks-schn/bsk-iwi) In den vergangenen Jahren nahmen Rollstuhlnutzer das Angebot des BSK-Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V. (LSKS) zum Mobilitätstraining sehr gut an. Auch für 2008 hat der BSK-Landesverband wieder zu kostenlosen Übungs-Veranstaltungen eingeladen.

An 12.04.2008 wurde erstmalig die Nutzung von Überfahrbrücken/ Rampen der Deutschen Bahn (DB) den Rollstuhlfahrern erläutert und praktisch geübt.
Ausgangspunkt dafür ist, dass die in Sachsen im Einsatz befindlichen Niederflurfahrzeuge der DB (Doppelstockwagen, Dieseltriebwagen VT 642) schon seit längerem mit Überfahrbrücken bzw. Rampen ausgestattet sind.

Am kostenlosen Mobilitätstraining auf dem Dresdner Hauptbahnhof nahmen 11 Rollstuhlfaherinnen und -fahrer teil, um das Ein- und Ausfahren am SPNV-Verkehrsmittel - Doppelstockwagen, Bauart 762, Plattformhöhe ca. 55 cm - zu erlernen.
Die vorhandenen Überfahrbrücken/ Rampen ermöglichen dem Reisenden im Rollstuhl, die vorgenannten Schienenfahrzeuge an allen Stationen zu erreichen bzw. zu verlassen, wenn diese über eine Bahnsteighöhe zwischen 38 bis 76 cm über Schienenoberkante (SOK) verfügen.

Die Rampenneigung am Übungsbahnsteig betrug knapp 18 Prozent.

Für die Nutzer von Greifradrollstühlen ist es bei dieser Bahnsteighöhe, wie auch im entsprechendem Flyer von Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e.V. (LAG SH) und DB Regio vermerkt, nur mit Schiebehilfe durch eine Begleit- oder Hilfsperson möglich, in das Fahrzeug zu gelangen. Analog ist beim Verlassen des Fahrzeuges Bremshilfe erforderlich.
Mit Elektrorollstühlen kann die Neigung problemlos überwunden werden.

Die Vertreter der DB wiesen darauf hin, dass bei Reisen ohne Voranmeldung über die MobiServZentrale bzw. über den Bahnhof-Servicepunkt der Mitfahrwunsch dem Lokführer oder Zugbegleiter deutlich sichtbar, zum Beispiel durch Auf- und Abbewegen des vorgestreckten Armes, signalisiert werden muss.
Dazu ist erforderlich, dass sich der Rollstuhlfahrer auf dem Bahnsteig möglichst an der Haltetafel mit dem Großbuchstaben "H" platziert.

Kritisch angemerkt wurde von den Teilnehmern, dass notwendige Hilfe vom Bahnpersonal nicht immer in erforderlichem Umfang gewährleistet wird.
Probleme entstehen vor allem auf Bahnhöfen/ Haltepunkten ohne stationäres Personal, wenn das ein Ein- oder Ausfahren mit dem Rollstuhl ohne Zugbegleiter erfolgen muss.

Mit den Mitarbeitern der DB und den Rollstuhlfahrern wurde vereinbart, die bestehenden guten Kontakte dazu zu nutzen, sich gegenseitig über aufgetretene Probleme kurzfristig zu informieren.

Der Projektverantwortliche "ÖPNV/SPNV für alle", Dr. Peter Münzberg, hat dazu seine Hilfsbereitschaft signalisiert.

Bitte beachten Sie, dass Hinweise zu nicht erfolgter Hilfeleistung o. ä. nur mit konkreten Angaben (Name, Anschrift, Tel., E-Mail, Tag, Uhrzeit, Station, Zug-Nr. bzw. Fahrtziel) weitergegeben werden können.

Den Mitarbeitern der Deutschen Bahn AG, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das kostenlose Mobilitätstraining auf dem Dresdner Hauptbahnhof ermöglichten, herzlichen Dank.