Job4000

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Niemand soll im Abseits stehen

"Job4000" verbessert Ausbildungschancen Jugendlicher mit Handicap

(lvr-cg/bsk-pr) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat das Programm "Job4000" - Programm zur besseren beruflichen Integration besonders betroffener schwerbehinderter Menschen - aufgelegt.

Mit dem Programm sollen mindestens 500 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze für Jugendliche mit schwerer Behinderung geschaffen werden. Gleichzeitig wird der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben gefördert. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) haben am heutigen Mittwoch in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Konferenz "Job4000 - Zukunft Ausbildung" ausgerichtet. Die Veranstaltung in Köln zeigte Beispiele guter Praxis und brachte außerdem Jugendliche mit Handicap und Arbeitgeber direkt zusammen.

Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales: "Wir haben in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben gemacht. Ziel bleibt aber weiterhin, dass mehr und mehr behinderte Jugendliche ihre Chance auf berufliche Integration - auch schon bei einer Ausbildung - auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten. Die dazu erforderliche zusätzliche Unterstützung wollen wir mit dem Programm Job4000 geben, das gemeinsam mit den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit neue und zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen mit besonderen Schwierigkeiten ermöglichen soll."

Konkret können Betriebe, die einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für Jugendliche mit einer schweren Behinderung schaffen, bis zu 3.000 Euro vom zuständigen Integrationsamt, im Rheinland also vom Integrationsamt des LVR, erhalten. Nach Abschluss der Ausbildung und der Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ist eine weitere Prämie von bis zu 5.000 Euro möglich. Hintergrund ist, dass behinderte Jugendliche im Konkurrenzkampf um die knappen Ausbildungs- und Arbeitsplätze bisher oftmals einem doppelten Handicap ausgesetzt sind: Einmal der Einschränkung durch ihre Behinderung, zum anderen aber durch Vorbehalte und Vorurteile bei Personalverantwortlichen in den Betrieben. Noch allzu oft führt der Weg für behinderte Jugendliche daher von der (Förder-) Schule geradezu "automatisch" in die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

"Doch", so der Minister für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, "Ausbildung, das Erlernen eines anerkannten Berufes ist der Königsweg zur erfolgreichen Teilhabe am Arbeitsleben. Mir liegt die Unterstützung Jugendlicher und junger Erwachsener mit Handicap besonders am Herzen. Denn eine sozial gerechte Gesellschaft ist gerade für die Mitglieder verantwortlich, die durch persönliche Handicaps gehindert sind, eine erfüllende berufliche Tätigkeit auszuüben. Als Arbeitsminister in Nordrhein-Westfalen begrüße ich natürlich ausdrücklich die Bundesinitiative "Job4000", die in NRW durch die Integrationsämter der Landschaftsverbände umgesetzt wird."

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bekamen im Ausbildungsjahr 2007 nur etwa 65 Prozent der behinderten Bewerberinnen und Bewerber die Chance auf eine betriebliche Ausbildung. Ergebnisse der Erhebungen des Schulträgers LVR über die berufliche Situation der Abgängerinnen und Abgänger aus den LVR-Förderschulen nennen geringere Größenordnungen. Daher kommt der Vernetzung der relevanten Akteure - Unternehmen, Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie Institutionen - eine besondere Bedeutung zu. Denn um aus guter Praxis lernen zu können müssen die handelnden Akteure zu Partnern werden.

Der Direktor des LVR, Udo Molsberger: "Durch Vernetzung Erfolge erreichen - das ist nicht nur der Grundgedanke dieser Tagung. Es ist auch eine der wesentlichen Leitlinien des LVR. Denn unserer Organisation ist die Vernetzung geradezu immanent: Als Träger von Förderschulen, des Integrationsamtes und als überörtlicher Träger der Sozialhilfe bündeln wir viele der wesentlichen Aufgaben zum Thema `Ausbildung und berufliche Teilhabe behinderter Menschen´ unter dem Dach des kommunalen Regionalverbands LVR."

Um diese Vernetzung weiterzuentwickeln waren zur Konferenz Vertreterinnen und Vertreter von kleinen wie auch großen Unternehmen, Förderschulen, Schülerinnen und Schüler sowie Vertretungen der verschiedenen Unterstützungsangeboten gekommen. Unter dem Motto "Wir bilden aus" wurden Beispiele betrieblicher Praxis vorgestellt. In den Fachforen "Wirtschaft trifft Schule", "Unterstützungsangebote zur betrieblichen Ausbildung junger Menschen mit Behinderung" und "Fördermöglichkeiten in der Praxis" bestand die Möglichkeit zum Austausch und der Entwicklung von Ideen.

Die beiden weiteren Säulen des Programms Job4000 bestehen in der Förderung von Beschäftigung und der Finanzierung von Begleitung und Unterstützung durch die vom Integrationsamt beauftragten Integrationsfachdienste. Das Programm Job4000 wird zu rund 31 Millionen Euro aus Mitteln des Ausgleichsfonds finanziert, die Länder stellen weitere 20 Millionen Euro für Ausbildung- und Arbeitsplätze des Programms bereit. Finanziert werden im Rahmen des Programms sowohl Förderungen als auch Prämien und Unterstützungsleistungen für schwerbehinderte Menschen.