Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Karin Evers-Meyer (SPD) kündigte heute in Berlin eine Lösung im Streit um die Beförderung von Rollstuhlfahrern in Bussen an. "Ich begrüße die Entscheidung von Verkehrsminister Tiefensee, eine Anpassung der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) vorzunehmen", so Evers-Meyer.
Nach Ansicht der Beauftragten muss sicher gestellt werden, dass der Zugang von Rollstuhlfahrern zu Bussen des Öffentlichen Personennahverkehrs nicht begrenzt wird. Evers-Meyer: "Ich freue mich, dass die Intervention meines Hauses und der Verbände endlich Wirkung zeigt. In ersten Gesprächen mit dem Verkehrsministerium im November letzten Jahres hatten sich noch Widerstände gezeigt. Nun hat man das Problem offensichtlich erkannt."
Die so genannte EU-Busrichtlinie (Richtlinie 2001/85/EG) sieht vor, dass in Bussen des Öffentlichen Personennahverkehrs mindestens ein spezieller Rollstuhlfahrerplatz eingerichtet werden muss. Die Umsetzung dieser Richtlinie in der StVZO hat in Deutschland dazu geführt, dass Verkehrsunternehmen nur noch einen Rollstuhlfahrer mitnehmen dürfen. "Die Pflicht zur Einrichtung eines Rollstuhlfahrerplatzes ist ein Fortschritt. Diese Auslegung der Richtlinie dahingehend, dass nur noch ein Rollstuhlfahrer mitgenommen werden darf, ist dagegen ein Rückschritt für die Betroffenen", so die Behindertenbeauftragte.
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