Verbesserung der Betreuung

1. Sieger
Barrierefreies Ehrenamt
powered by
barrierefrei.de

Verbesserung der Betreuung

Neue EU-Studie zum Thema Verbesserung der Betreuung von Menschen mit Behinderungen

06.02.2008 (IP/08/102/bsk-pr) Die Betreuung von Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen wird in Europa weiterhin in vielen Fällen den gebotenen Standards nicht gerecht, so das Ergebnis eines neuen Berichts der Europäischen Kommission. Darin wird empfohlen, verstärkt gemeindenahe Dienste hoher Qualität einzusetzen, die diesen Menschen mehr Lebensqualität bieten, ohne zwangsläufig teurer zu sein.

„In Europa leben heute immer noch weit über eine Million Menschen mit Behinderungen in Betreuungseinrichtungen verschiedener Art. Die Lebensqualität in diesen Einrichtungen ist sehr unterschiedlich und die Menschenwürde der Bewohner wird nicht immer geachtet,“ so Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit. „Ich vertraue darauf, dass diese Studie der Kommission, die auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage beruht, den Mitgliedstaaten und betreffenden Akteuren dazu verhelfen wird, aus den Betreuungseinrichtungen qualitativ hochwertige gemeindenahe Sozialdienste für Menschen mit Behinderungen zu machen.“

„Diese Umgestaltung wird auch in erheblichem Maße dazu beitragen, der Verantwortlichkeit der EU im Rahmen der neuen UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen gerecht zu werden,“ fügte er hinzu. Um einen besseren Überblick über die Situation zu gewinnen und Lösungen zu finden, hat die Europäische Kommission eine Studie über die Entwicklung von gemeindenahen Diensten für Menschen mit Behinderungen in Europa finanziert. Die Studie – „Deinstitutionalisation and Community Living – Outcomes and Costs“ – wurde von der Universität Kent (Tizard Centre) und der London School of Economics durchgeführt. Darin wird bestätigt, dass die Betreuung in Einrichtungen oftmals von unannehmbar schlechter Qualität ist. In der Tat stellen die Lebensbedingungen in Betreuungseinrichtungen bisweilen schwere Verstöße gegen international anerkannte Menschenrechtsstandards dar, wie kürzlich aus Medienberichten (z. B. über Bulgarien) hervorging.

nach oben

Durch gemeindenahe Dienste kann – wenn sie sachgemäß eingerichtet sind und angemessen verwaltet werden – eine bessere Lebensqualität erreicht und Menschen mit Behinderungen ein Leben als gleichberechtigte Bürger ermöglicht werden. Leistungen gemeindenaher Dienste sind nicht teurer als die Betreuung in Einrichtungen, wenn die Bedürfnisse der Bewohner und die Qualität der Betreuung bei der Berechnung der Kosten in Betracht gezogen werden.

2 Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist eines der Instrumente der EU zur Verbesserung des Lebensstandards von Menschen mit Behinderungen. Im Rahmen des ESF werden unter anderem Projekte zur Förderung einer eigenständigen Lebensführung dieser Gruppe von Menschen unterstützt, insbesondere wohnortsnahe Dienste, auch in ländlichen Gebieten (z. B. durch Modernisierung von Systemen und Mechanismen und vor allem durch Schulung von Personal). Außerdem wird die Ersetzung geschlossener Einrichtungen durch qualitativ hochwertige Dienste und Wohnungen in den Gemeinden (sogenannte „Deinstitutionalisierung“) gefördert.  Der Bericht „Deinstitutionalisation and Community Living – Outcomes and Costs” kann eingesehen werden unter: LINK

nach oben