
(bsk-ce) Am 1. Dezember vergab die Europäische Kommission den „Access City Award“ an die österreichische Stadt Salzburg. Diese begehrte Auszeichnung wird jährlich jener europäischen Stadt verliehen, die sich in punkto Barrierefreiheit von allen Wettbewerbern abhebt. Baulich überzeugte Salzburg insbesondere durch eine barrierefreie Verkehrsinfrastruktur und gut zugängliche öffentliche Räume. Zudem wurde das barrierefreie städtische Informations- und Kommunikationssystem sowie die öffentlichen Dienstleistungen an Menschen mit Behinderung gelobt.
Marburg gehörte zu den Finalisten und trug an diesem Tag den Deutschlandsieg davon. Gerade wegen ihres langjährigen Engagements und einer konsequenten Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in die barrierefreie Stadtplanung hängte die Stadt in Nordhessen andere deutschen Kandidaten ab. Ebenfalls gelangte die polnische Stadt Krakau sowie die spanische Stadt Santander ins Finale.
Michael Wolter, der BSK-Experte für barrierefreies Bauen nach DIN-Norm, beteiligte sich neben anderen europäischen Sachverständigen als Jurymitglied an der Städteauswertung. Da keine Besichtigung der Finalistenstädte organisiert worden ist, wurden lediglich relevante Akten ausgewertet.
Überreicht wurde der Preis von der EU-Justizkommissarin Viviane Reding in Brüssel. Reding betrachtet die Sieger des Wettbewerbs als barrierefreie Vorbilder für Städte in ganz Europa. Doch dies sei erst der Anfang: „Ich halte ein europäisches Barrierefreiheitsgesetz für wünschenswert und beabsichtige, bis Ende 2012 einen entsprechenden Vorschlag vorzulegen.“
An der zweiten Ausgabe des Access City Award nahmen 114 Städte aus 23 EU-Ländern teil. Hierfür mussten sie ihre Anstrengungen und Erfolge bei der Schaffung eines gleichen Zugangs für alle – unabhängig von Alter oder Behinderung – nachweisen. Nationale Jurys nominierten 31 Bewerberstädte für die Ausscheidung auf europäischer Ebene.
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