KfW-Förderung

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KfW-Förderung

Kreditanstalt für Wiederaufbau

Neuauflage von „Altersgerecht Umbauen“ im kommenden Jahr

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(bsk-ce) Die Tage der KfW-Förderung „Altersgerecht Umbauen“ sind gezählt: Bis zum 16. Dezember können Bauherren, Eigentümer, Vermieter und Mieter Finanzierungshilfen beantragen, um Wohnflächen barrierefrei zu gestalten. Dabei steht ihnen entweder ein Darlehen von 50.000 Euro zu einem vergünstigten Zinssatz zwischen 1,00 und 1,56 Prozent oder ein Zuschuss von 5,00 Prozent der förderfähigen Kosten, jedoch höchstens 2.500 Euro zur Auswahl. Die dafür notwendigen Mittel erhält die KfW wiederum vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Nun meldete die KfW am 22. November auf ihrer Webseite, dass das Förderprogramm Anfang 2012 mit geänderten Zinskonditionen fortgeführt wird. „Die deutsche Gesellschaft altert immer schneller. Allerdings sind wir bei Weitem noch nicht ausreichend auf die demographischen Herausforderungen eingestellt. Daher freuen wir uns, dass wir den altersgerechten Umbau weiter fördern können. Wir planen außerdem, die Fördervoraussetzungen im kommenden Jahr zu vereinfachen, um einen weiteren Modernisierungsanreiz zu schaffen“, sagte Dr. Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. Weiterhin plane die KfW, die Beschränkung des Förderprogramms auf ältere Menschen und Menschen mit Körperbehinderung aufzuheben: „Ein barrierearmes Wohnumfeld hilft nicht nur Menschen mit altersbedingt eingeschränkter Mobilität oder Behinderungen, sondern auch Familien mit Kindern.“

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, sieht die Neuauflage des KfW-Programms als entscheidenden Schritt. Mit Hilfe der Fördermittel aus „Altersgerecht Umbauen“ konnten immerhin 60.000 Wohnungen und Familienhäuser barrierefrei umgebaut werden. Trotz wegfallender Bundesmittel bleibe das Programm zumindest im Haushaltsplan der Bundesregierung, sodass die Debatte auch in Zukunft nicht erlischt. „Derzeit gibt es weniger als 600.000 barrierearme Wohnungen, in den nächsten Jahren wird es aber allein etwa 2,5 Millionen Haushalte mit mobilitätseingeschränkten Senioren geben,“ stellt Hüppe fest. „Hinzu kommen viele jüngere Menschen mit Behinderungen, die barrierefreien Wohnraum vergeblich suchen. Wer ein Wohnen von Menschen mit Behinderung in den eigenen vier Wänden unterstützt und teure Heimunterbringungen vermeiden möchte, der muss Barrierefreiheit in der Wohnung und im Wohnumfeld vorantreiben.“

Zuvor sorgte die Beendigung des Förderprogramms für Unruhe in der Verbandslandschaft Deutschlands. Unmittelbar nach der Verabschiedung des Haushaltsplans am 06. Juli 2011 appellierte die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) an die Bundesregierung, die Laufzeit des Programms „Altersgerecht Umbauen“ zu verlängern. Axel Gedaschko, Vorsitzender der BSI und Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, verlangt eine Verlängerung des Programms "angesichts der großen Aufgabe, den Wohnungsbestand an die zukünftigen Herausforderungen der Gesellschaft anzupassen.“ So wird im Jahr 2020 jeder vierte Deutsche 65 Jahre oder älter sein, mit einem erwartungsgemäß hohen Anteil an Menschen mit Körperbehinderung.

Gerwin Matysiak, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter, freut sich zunächst über die Neuauflage des Programms: „Somit können Menschen mit Körperbehinderung weiterhin mit barrierefreiem Wohnraum versorgt werden. Das Förderprogramm ist ein wichtiger Bestandteil des Pakets zur Realisierung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland.“ Ob Antragsteller jedoch weiterhin gleichsam günstige Zinskonditionen genießen, bleibe abzuwarten.

Die Fördermittel des alten Programms „Altersgerecht Umbauen“ von der Kreditinstitut für Wiederaufbau können noch bis zum 16. Dezember 2011 beantragt werden. Diese sowie andere Förderprogramme werden in der Beratungsbroschüre „ABC Barrierefreies Bauen“ vorgestellt, welche vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter herausgegeben wird. Die Broschüre bietet einen Leitfaden zur Gestaltung von Lebensräumen, die ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

„ABC Barrierefreies Bauen“ ist beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. erhältlich (Schutzgebühr 5 Euro). Tel.: 06294 4281-70, E-Mail an: info@bsk-ev.org, Fax: 06294 4281-79