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Kunst und Kultur

Inklusion durch Kunst und Kultur

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(skd/bsk-pr) Unter diesem Motto begrüßte die Staatliche Kunstsammlung Dresden am 27. und 28.10.2011 ca. 30 Kongressgäste im Hans-Nadler-Saal des Residenzschlosses.

„… Das Thema „Inklusion durch Kunst und Kultur“ gewinnt in der Öffentlichkeit zunehmend an Bedeutung. Verschiedene Institutionen, Vereine und Projekte setzen sich mit diesem Inhalt sehr intensiv auseinander und überprüfen, inwiefern die Angebote, Veranstaltungen ect. auf der Basis des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen eine Inklusion von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ermöglichen. …“

Und bereits bei diesen einführenden Sätzen erinnere ich mich an den Vortrag von Stefan Göthling. Er ist Geschäftsführer von Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland – Leichte Sprache ist für alle gut. Er gewährte uns Einblick in ein „Wörterbuch“ der leichten Sprache und erzählte in einer sehr erfrischenden Art darüber, wie viele Menschen eigene Vorteile darin sehen. Auch die Kongressgäste schmunzelten beim Gedanken an unverständliche Beamtenschreiben und gaben zu, dass sie gern erstmal auf die Ausführungen in leichter Sprache schauen, wenn diese denn vorhanden sind.  Herr Göthling schilderte seine Erlebnisse in einer Ausstellung des Deutschen Hygienemuseums. Er beobachtete die Besucher und stellte fest, dass eine Vielzahl derer; die Objektbeschreibung in leichter Sprache der Ausführlichen vorzogen. Was spricht also dagegen, diese anzuwenden?

Einen weiteren sehr interessanten Vortrag hörten wir von Dr. Thomas Kahlisch. Er ist Direktor der Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig und verlor selbst sein Augenlicht. Hier bekamen wir Materialien in die Hände, mit denen es Menschen mit Sehbehinderung möglich ist Informationen und Gebäude, z.B. Kirchen zu ertasten. Mit einer besonderen Art von Druck (Schwelldruck) ist dies realisierbar.

Das Programm des Kongresses war sehr abwechslungsreich gestaltet. So fanden auch Vorträge statt, wo Kunsttherapeuten und Museumspädagogen von ihren Projekten sprachen und diese vorstellten. Deutlich wurde hier auch die gute Zusammenarbeit mit den Pädagogen der staatlichen Kunstsammlung Dresden. Frau Friedericke Altmann, Kunsttherapeutin im Förderzentrum Sprache Dresden berichtete zum Beispiel über das Entstehen der Schülerausstellung „Kinderträume im Orient“ – Mit den „Pferden reiten“, welche einige Zeit im Museum zu sehen war. Geführte Besuche in der „Türkischen Kammer“ und praktische Arbeit lud dazu ein die Kinder zur Sprache zu bewegen.

Ein anderes Projekt stellte der Kunsttherapeut Gunar Krause über den Verein „Rollimaus“ vor. Er sprach über gemeinsame Erfolge und zeigte uns Werke der Künstler, welche ganz oft Erlebnisse in ihrem Leben und Träume widerspiegeln. Im Anschluss an den Kongress gab es eine Benefizveranstaltung im Tonnengewölbe des Schlosses, wo diese Bilder versteigert wurden. Der Erlös kommt zu gleichen Teilen dem Förderverein „Rollimaus“ und dem Förderverein der J.-F.-Jencke Schule zugute.

Doch zurück zum Kongress. Nicht nur Dresdner oder Sachsen waren unter sich.  Frau Dr. Sabine Leßmann  sprach über Schwerpunkte, Ansätze und Angebote des Kunstmuseums Bonn und Herr Beat Ramseyer aus Basel und Frau Caroline Buffet stellten die „museumssterne***“ vor.

Einer der Höhepunkte des Kongresses waren die Museumsführungen. Das Deutsche Hygienemuseum (Vorreiter unter den barrierefreien Museen), die Türkische Kammer und die Alten Meister im Semperbau des Dresdner Zwingers standen zur Auswahl. Viel Interessantes und Wissenswertes gab es zu erfahren und wer sich für die „Alten Meister“ entschieden hatte konnte Zeuge werden, wie sich die zwei Madonnen von Rafael nach ca. 500 Jahren wieder sahen. Papst Benedikt XVI hatte bei seinem Deutschlandbesuch die „Madonna di Foligno“ mitgebracht und leihweise zur Verfügung gestellt. Sie wurde gegenüber der „Sixtinischen Madonna“ angebracht. Noch nie hatte dieses Kunstwerk Rom verlassen und wird es wohl nach seiner Heimkehr nie wieder tun.

Doch was ist nun mit Inklusion durch Kunst und Kultur? Sind es die Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene mit den verschiedensten Besonderheiten, oder wäre es nicht inklusiver, wenn alle Veranstaltungen für jeden Menschen gleichzeitig und immer nutzbar wären?

Können Menschen mit so genannter geistiger Behinderung „ernstzunehmende Künstler sein?

Wie wäre es mit einem Museumsprospekt in leichter Sprache, welches Menschen mit Sehbehinderung  auch ertasten können?

Fragen, mit denen sich jeder innerhalb oder im Anschluss an den Kongress beschäftigte und der Ein oder Andere fand sicher auch seine Antworten darauf.