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Ex-SPD-Abgeordneter wird Behindertenbeauftragter des Landes

Gerd Weimer

(dpa/bsk-pr) «Mit größtmöglicher Unabhängigkeit» möchte sich der künftige Landesbehindertenbeauftragte Gerd Weimer für Menschen mit Handicaps einsetzen. Bei seiner Vorstellung am Mittwoch hob Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) hervor, dass er der erste Amtsträger sein wird, der nicht Mitglied der Regierung ist. Als ehrenamtlicher Mittler zwischen Regierung und Behindertenverbänden werde er zwar im Ministerium angesiedelt, er sei aber nicht weisungsgebunden und könne ressortübergreifend arbeiten. Der 62-jährige Landesvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands tritt sein neues Amt zum 1. September an.

   «Das gibt mir mehr Freiheit, mich auch mal gegenüber der Landesregierung zu Wort zu melden», sagte der langjährige Tübinger Sozialbürgermeister (1998-2006). Auch mit kommunalen Ansprechpartnern werde er zur Not «in Clinch» gehen, wenn die Sache es erfordere, sagte Weimer, der auch 25 Jahre lang bis 2001 für die SPD im Landtag saß. Seinen Vorsitz im Paritätischen Wohlfahrtverband wolle er für das neue Amt abgeben. «Mit Gerd Weimer erhalten die Menschen mit Behinderungen einen erfahrenen, hartnäckigen und versierten Interessenvertreter», lobte Altpeter.

   Sein Ziel sei, dass sich das Gesellschaft und Einrichtungen stärker an Menschen mit Behinderungen anpassen und nicht umgekehrt, erklärte der 62-Jährige. Eine besondere Herausforderung werde die Integration Behinderter in Regelschulklassen. Zudem stelle der Wegfall des Zivildienstes und das Fehlen von Bundesfreiwilligen die Behindertenverbände und -einrichtungen vor Probleme.