Union – PID

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Union – PID

Kongress der Union in Berlin

„Die Würde des Menschen schützen!“

CDU/CSU-Bundestagsfraktion diskutierte über PID, Sterbehilfe und Organspende

Kauder(bsk/mn-um) „Die Würde des Menschen schützen: Vom Anfang des Lebens bis zu seinem Ende“ lautete das Leitthema eines Kongresses, zu dem die CDU/CSU-Bundestagsfrakion gestern in den Reichstag eingeladen hatte. Volker Kauder, CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender (Foto), führte in das Thema ein. Dabei stellte er heraus, dass für die Fraktion und die Partei das christliche Menschenbild die Grundlage des politischen Handels sei. Außerdem sei das christliche Menschenbild die Basis der sozialen Marktwirtschaft.

Folgende Themenbereiche wurden diskutiert und durch eine Einführung von Prof. Wolfgang Huber (Mitglied im Deutschen Ethikrat und ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD) und Prof. Andreas Lob-Hüdepohl (Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt) den etwa 150 Zuhörern näher gebracht: PID, Sterbehilfe und Organspende.
 
Volker Kauder erklärte, es werde demnächst mehrere überfraktionelle Gruppenanträge zum Thema Organspende geben, da dies eine Gewissensentscheidung sei. Er selbst plädierte dafür, dass es keinen Zwang zur Organspende geben solle, sondern dass die Bürger zum Mitmachen aufgerufen werden sollten. Im Rahmen dieser Entscheidungslösung solle sich jeder Bürger mindestens einmal im Leben mit der Frage Organspende beschäftigen. Der Gegenentwurf wäre eine Widerspruchslösung: Jeder ist Organspender, es sei denn, er widerspricht. So wird dies z.B. in Österreich praktiziert. Prof Huber stellte auch die Freiwilligkeit heraus: „Ansonsten darf man dies auch nicht als Spende bezeichnen“, sagte er.
 
Alle Teilnehmer lehnten eine aktive Sterbehilfe ab. Der Wunsch nach „aktivem“ Sterben, bzw. Suizid auf Verlangen ist vielmehr der Wunsch des Patienten, dass man sich um ihn kümmert. Um das zu erreichen, müsste die Palliativmedizin ausgebaut und das Hospizwesen erweitert werden, z.B. auf dem flachen Land oder im Bereich der ambulanten Versorgung. Auch Julia Klöckner, Fraktionsvorsitzende von Rheinland-Pfalz, sprach sich dafür aus, da die Menschen Angst vor Schmerzen und ihren Angehörigen nicht zu Last fallen wollten.
 
Zum Thema PID sagte Klöckner, es gebe in unserer ein Gesellschaft ein völlig falsches Bild von behinderten Menschen. Durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Art. 8 Bewusstseinsbildung) müsse eine Veränderung angestrebt werden. Weiter kam zur Sprache, dass der christliche Freiheitsgedanke im Widerspruch zu der praktizierten Fürsorge stehe. Auch hier biete die UN-Behindertenrechtskonvention die Möglichkeit, diesen Widerspruch aufzulösen.
 
Ulf-D. Schwarz und Maik Nothnagel, die für den BSK an dieser Veranstaltung teilnahmen, konnten vor allem im Bereich PID einige Aspekte mitnehmen, die sich für einen verbandsinternen Diskurs anbieten. Dazu gibt die Sitzung des Sozialpolischen Ausschusses des BSK im August die nächste Gelegenheit.