Grünen Ärztetag

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Grünen Ärztetag

Partner der Patienten statt Halbgott in Weiß

grüner ärztetag

(bsk/ph-pr) Die Bundestagsfraktion der Partei Bündnis 90/Die Grünen lud zum „Grünen Ärztetag“ nach Berlin ein. Zwar ist der Reformbedarf des deutschen Gesundheitssystems überparteilicher Konsens, doch einmal mehr gibt es unterschiedliche Ansätze, wie den Herausforderungen der Gesundheitspolitik begegnet werden soll. Die Ärzte aller Fachrichtungen befinden sich in einer immer schwierigeren Lage, einerseits fordern Patienten immer bessere und modernere Behandlungsmethoden, andererseits stehen diesen Forderungen immer stärkere ökonomische Zwänge entgegen. Der Grüne Ärztetag versuchte Möglichkeiten aufzuzeigen, um aus dieser misslichen Lage zu entkommen. Stellvertretend für den BSK e.V. nahm dessen sozialpolitischer Referent, Maik Nothnagel, teil.

„Warum eigentlich erst jetzt?“, mit dieser Frage begann Dr. Harald Terpe, Obmann der Grünen im Gesundheitsausschuss des Bundestages seine einführenden Worte. Es sei höchste Zeit sich des Reformbedarfs im Gesundheitssystem zu widmen. Man wolle die Zukunft des Systems gemeinsam mit allen Beteiligten gestalten, der Grüne Ärztetag solle als Ausgangspunkt für diesen Dialog stehen. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag, Jürgen Trittin, unterstrich in seinen Ausführungen, dass an eine Reform des Systems ohne die Ärzteschaft nicht zu denken sei. Die Grünen stünden wie keine andere Partei für „Prävention, integrierte Versorgung und Qualitätstransparenz“ in der Gesundheit.  Nicht erst seit kurzem sei schließlich bekannt, dass im Gesundheitssystem in seiner jetzigen Form einiges im Argen liege. Wichtige Fragen gelte es dringend zu klären. Dazu gehöre besonders das Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Eine Behandlung auf Augenhöhe sei hier das wichtigste.

Der stellvertretende Vorsitzende der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, bedankte sich in seinem Grußwort, dass die Grünen sich der wichtigen Aufgabe stellten, das Gesundheitssystem zu reformieren. Die Problematik sei seinen Kollegen durchaus bekannt und er zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, nun in präziser Form die Probleme zu diskutieren. Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Schwarz, Leiter des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung aus Hannover führte anschließend fachlich in das Kongressthema ein. Seiner Ansicht nach berge besonders der demographische Wandel in der Gesellschaft große Probleme für das gesamte Gesundheitssystem. Die Zahlen von Patienten mit chronischen Leiden wie Diabetes, Alzheimer oder Gelenkserkrankungen sei stark im steigen begriffen. Den beinahe unbegrenzten Ansprüchen der Patienten an ihre Behandlungsmethoden stünden jedoch nur begrenzte finanzielle Mittel und Methoden zur gegenüber.

Der Dialog der mit dem ersten Grünen Ärztetag begonnen wurde, wird nun kontinuierlich weitergeführt, so die Veranstalter. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch in die grüne Gesundheitspolitik einfließen, die jedoch nicht zur Klientelpolitik für die Ärzteschaft werden dürfe. Der BSK wird in diesem Zusammenhang versuchen Politik wie Ärzte besonders für die Belange von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren. Die angestrebte Neuordnung des Gesundheitssystems bietet dafür nun beste Voraussetzungen