
(ks/bsk-pr) „Inklusion - Wir alle sind Sachsen“ – unter diesem Motto haben sich heute etwa 900 Menschen in Dresden zur zweiten „Parade der Vielfalt“ zusammengefunden – Anlass war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.
„Unglaublich, wie viele Menschen mit und ohne Behinderung sich dieses Jahr wieder getroffen haben. Schön, dass Sachsen so bunt ist.“ Martina Baumann aus Freital besucht die Parade dieses Jahr zum zweiten Mal. Sie hat bisher keinen persönlichen Kontakt zu Menschen mit Behinderungen gehabt. „Es ist sehr interessant zu erfahren, wie es Menschen mit Behinderungen in Sachsen geht. So etwas erfährt man ja sonst nicht.“ Mit Spaß, Musik und vielen Gästen erreicht die Parade die Menschen in Sachsen und Dresden. Das zentrale Anliegen ist dabei: Inklusion. Die Behindertenbeauftragten der Städte Chemnitz und Dresden, Frau Liebetrau und Frau Müller, sind sich einig „Zur Umsetzung der Konvention muss noch viel getan werden, damit Inklusion - also ein selbstverständliches und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen von Anfang an und in allen Lebenssituationen möglich ist.“ Als Mittelpunkt der UN-Behindertenrechtskonvention wird Inklusion zum Menschenrecht. Seit März 2009 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Deutschland Gesetz.
Themen der zweiten Parade der Vielfalt waren neben Inklusion auch Fragen zur Barrierefreiheit und Diskriminierung im Alltag von Menschen mit Behinderungen. In Sachsen leben etwa 600.000 Menschen, die als körperlich, geistig, seelisch oder sinnesbehindert gelten. Viele von ihnen sind heutzutage immer noch aus Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgegrenzt. „Die UN-Behindertenrechtskonvention lässt uns auf eine Zukunft hoffen, in der jeder die Hörtechnik bekommt, die ihm eine optimale Verständigung ermöglicht; eine Zukunft, in der Hörbehinderte im selben Maße Zugang zu Bildung, Kultur und Informationen jeglicher Art haben werden, wie alle anderen.“ so Angela Knölker vom Dresdner Verein der Schwerhörigen.
Schirmherr der „Parade der Vielfalt“ ist in diesem Jahr die Dresdner Band „Polarkreis 18“. „Bekannte von uns haben mit der Lebenshilfe schon zusammengearbeitet. So war es für uns nicht sehr schwer, das Anliegen der Parade gut zu finden. Es ist toll, wenn Menschen mit Behinderungen aus Sachsen und Dresden zeigen, dass sie dazu gehören und deshalb auch das Recht auf Inklusion und Barrierefreiheit haben. Ohne Sie wäre unsere Stadt und Sachsen ja ganz schön grau.“ Auch die Dresdner Sambaband Bloco Pavᾶo, welche den Zug lautstark begleitete, war gleich wieder Feuer und Flamme. „Uns hat diese Art von Protest schon im letzten Jahr begeistert: viele verschiedene Menschen, viel Musik, viel Spaß und dennoch eine wichtige Botschaft. Da haben wir gern ein zweites Mal zugesagt.“
Organisatoren der Veranstaltung sind mit freundlicher Unterstützung des Dresdner Behindertenbeirates, die örtlichen Behindertenverbände sowie die Behindertenbeauftragten der Städte Dresden und Chemnitz.
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