(bsk/ph-pr) Auf dem „Ersten Fachforum Inklusion der Aktion Mensch“ am 12. April in Berlin stellte die Organisation ihr neues Förderprogramm vor. Durch einen Gesamtbetrag von 16 Millionen Euro sollen Projekte unterstützt werden, die maßgeblich die Inklusion in der Gesellschaft voranbringen. Vor Ort informierte sich stellvertretend für den Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. dessen Bundesvorsitzender, Gerwin Matysiak.
„So viel...“ lautet der Titel des neuen Programms der Aktion Mensch. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen förderungswürdige Projekte, die nachhaltig das Thema Inklusion in der Gesellschaft verankern und mit gutem Beispiel vorangehen. Auch wenn die Bundesregierung ihrem Auftrag nach Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bis jetzt noch nicht nachgekommen ist, sei es umso wichtiger, dass Projekte, die sich an den Maßgaben der Konvention orientieren gefördert werden. Dazu stellt die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich umfangreiche finanzielle Mittel zur Verfügung. Je acht Millionen Euro stehen für das Förderprogramm Inklusion und die Förderaktion „Miteinander Gestalten“ zum Abruf bereit. Martin Georgi, Vorstand der Aktion Mensch, unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die neue Kampagne auch eine Art Paradigmenwechsel für die Organisation darstellt. Gemeinsam sollen nun Menschen mit und ohne Behinderung in inklusiven Projekten unterstützt werden. Bisher sei eine Förderung oft nur für Menschen mit Behinderung möglich gewesen.
Das Inklusionsprogramm richtet sich vor allem an längerfristig angelegte Projekte, die im Bedarfsfall mit bis zu 250.000 Euro über drei Jahre hinweg unterstützt werden können. Die Aktion Mensch kann so bis zu 70% der Gesamtkosten übernehmen. Gleichzeitig werden über die Förderaktion „Miteinander Gestalten“ kleine Projekte mit bis zu 4.000 Euro unterstützt, hier können Projektkosten komplett übernommen werden. Weitere Informationen zu den Programmen und Anträge gibt es im Internet unter www.aktion-mensch.de
In der Diskussion im Anschluss an die Kampagnenpräsentation waren sich die Diskutanten einig darüber, dass Inklusion in allen Bereichen, vor allem auch im Beruf möglich ist. Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, forderte eine offenere Haltung der Arbeitgeber. Es sei bei vielen „noch nicht angekommen, dass Inklusion als Chance begriffen und als wirtschaftlicher Erfolg verstanden werden kann.“ Menschen mit Behinderungen müsse der Weg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden, ein „Abschieben in Werkstätten“ wie es bisher üblich sei, dürfe nicht mehr toleriert werden, so Martin Georgi. Positive Beispiele in der Vergangenheit hätten bereits gezeigt, dass die Inklusion in allen Sektoren der richtige Weg sei. Besonders auch die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung müsse dringend verbessert werden. Das Kampagnenmotiv eines Schulkinds mit Behinderung mit seinen nichtbehinderten Klassenkameraden unter dem Titel „So viel können wir voneinander lernen“ soll hier als Ansporn für weitere Projekte stehen.
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