3. Veranstaltung in der Reihe „Gesundheit für Menschen mit Behinderung“
(bsk-hh/pr) „Teilhabe braucht Gesundheit!“, so lautete der Titel der Tagung aus der aktuellen Veranstaltungsreihe des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, am 4. und 5. April in Berlin. Die Teilnehmer diskutierten Möglichkeiten und Forderungen, wie die Hilfsmittelversorgung von Menschen mit Behinderung bedarfsgerecht und trotzdem effizient gestaltet werden kann. Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. wurde dabei durch seinen Sozialpolitischen Referenten Maik Nothnagel repräsentiert.
Zunächst schilderten Verbandsvertreter in praxisnahen Beispielen die aktuelle unbefriedigende Situation der Hilfsmittelversorgung. Ebenso legten Vertreter der Krankenkassen, eines Integrationsamtes und des Bundesgesundheitsministeriums ihre jeweilige Sicht dar. In den anschließenden Arbeitskreisen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit über Aspekte wie Qualität und Besonderheiten der Versorgung zu diskutieren. Im Zentrum der Kritik stand dabei die pauschale Bewertung und Deckelung von Ansprüchen der Betroffenen. Diese sollten soweit als möglich individuell beraten und versorgt werden. Wert legten die Diskutanten besonders darauf, dass ein solches Vorgehen nicht zwangsläufig zu höheren Kosten führt. Im Gegenteil würden sich durch eine passgenaue Versorgung ohne Fehlleistungen kostendämpfende Effekte und die Zufriedenheit behinderter Menschen bemerkbar machen.
In ihren abschließenden Statements zeigten der Beauftragte Hubert Hüppe sowie Dr. Sigrid Arnade von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. großes Verständnis für die Forderungen der Teilnehmer. Besonders die Tatsache, dass Krankenkassen Versorgungsverträge direkt mit Leistungserbringern wie beispielsweise Sanitätshäusern abschließen, müsse baldmöglichst geändert werden. Arnade forderte, „nichts über uns und nichts ohne uns“ zu regeln. Dazu sei ein „Aktionsplan Gesundheit“ nötig, der die Hilfsmittelversorgung besser gewährleisten könne als eine bloße Prioritätenliste.
Hüppe sagte zu, die Ergebnisse der Tagung im Rahmen einer Informationsveranstaltung an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages weiterzuleiten, diese wird bereits im September vor Ort im Bundestag stattfinden. Hüppe will dabei die Abgeordneten konkret auffordern, das bestehende System zu ändern, um die Ergebnisse der Veranstaltungsreihe umzusetzen. Nur so könnten die notwendigen rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um die Situation von Menschen mit Behinderung weiter zu verbessern.
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