(gm-kf/bsk-pr) Karl Finke, Landesbehindertenbeauftragter in Niedersachsen und BSK-Vorstandsmitglied, fordert ein Umdenken in der Bildungspolitik. „Niemand darf vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden. Jedes Kind hat einen Rechtsanspruch auf gemeinsames Lernen“, betont er. „Nur wenn die Schulgesetze geändert werden, kann der Anspruch der UN-Behindertenrechtskonvention auf gemeinsames Lernen für alle Wirklichkeit werden. Für mich ist Inklusion das richtige Zukunftsmodell für Bildung und Erziehung.“ Anlass dieser Äußerung ist der Bildungsgipfel in Hannover.
Um Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention auch in Deutschland voll wirksam werden zu lassen, muss laut Finke zum Beispiel in § 4 des Schulgesetzes der Nachsatz „sofern die räumlichen, personellen und sachlichen Voraussetzungen gegeben sind“ gestrichen werden. Die Voraussetzungen sind zu gewährleisten. Bildung und Qualifizierung sind der Schlüssel für ein erfolgreiches selbstbestimmtes Leben. Hierzu gehört von Kindheit an der direkte Erfahrungsaustausch zwischen behinderten und nichtbehinderten Kindern und so ein gemeinsames Lernen untereinander in einem inklusiven Bildungssystem.
Inklusive Bildung zielt perspektivisch darauf ab, dass sich alle Bildungseinrichtungen lebenslang den Bedürfnissen aller ihrer Nutzerinnen und Nutzer anpassen. Nicht mehr der einzelne Mensch muss sich an bestehende Systeme anpassen, sondern Strukturen und Systeme müssen so geändert werden, dass alle Menschen von Anfang an einbezogen werden. Ihr Teilhaberecht muss gesichert sein. „Auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft ist die inklusive Bildung und Erziehung für mich der bedeutendste Meilenstein“, so Finke. Deshalb verlangt er, diesen Prozess mit konkreten Schritten zur inklusiven Bildung endlich fest zu legen und im Niedersächsischen Schulgesetz zu verankern. Zur Zeit besuchen in Niedersachsen nur 4,7 % der behinderten Kinder und Jugendlichen eine Regelschule.
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