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Große Mehrheit für volle Einbeziehung Behinderter

Die Mehrheit der Bundesbürger (82 Prozent) spricht sich laut einer repräsentativen Umfrage für eine volle Integration von Behinderten aus. Sie sollten im Alltag, im Berufsleben und in der Schule voll eingebunden werden. Jeder Zweite Befragte will allerdings, dass die Gesellschaft allgemeine Rahmenbedingungen vorgibt - etwa Richtlinien für soziales Verhalten, innerhalb derer sich jeder Mensch gemäß seinen Fähigkeiten durchsetzen muss. Das ergab eine Forsa-Studie für die Aktion Mensch aus Anlass des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung an diesem Freitag.

81 Prozent der 1000 im November befragten Bundesbürger waren weiterhin der Ansicht, dass sich auch die Behinderten anpassen müssen. Jeder vierte Befragte meint, dass die Gesellschaft eine Norm vorgeben solle, der jeder Mensch weitgehend entsprechen sollte. Diese Meinung vertraten überwiegend die Älteren sowie die Befragten mit formal niedrigerer Bildung.

Diese Einschätzungen zeigten, dass die Gesellschaft längst noch nicht zu einem selbstverständlichen Umgang mit Menschen mit Behinderung gefunden habe, kommentierte der Vorstand der Aktion Mensch, Martin Georgi, das Ergebnis der Umfrage. Die Bereitschaft, gesellschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen und Barrieren zur individuellen Teilhabe abzubauen, sei offensichtlich nur eingeschränkt vorhanden. «Viele erwarten noch immer, dass sich der Stärkere durchsetzen muss.»

Die Aktion Mensch ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich. Die Soziallotterie wurde 1964 als Aktion Sorgenkind gegründet und im Jahr 2000 in Aktion Mensch umbenannt. Der Verein unterstützt mit seinen Erlösen jeden Monat mehr als 1000 soziale Vorhaben der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe.