
(dpa/bsk-pr) Für ihren vorbildlichen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern erhalten drei Schulen aus Nordrhein-Westfalen, Berlin und Schleswig-Holstein den «Jakob-Muth-Preis für inklusive Schule». Ausgezeichnet werden die Montessori-Gesamtschule in Borken, die Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin und die Waldschule in Flensburg. Die Schulen zeigten eindrucksvoll, wie eine Schule gestaltet werden kann, damit Kinder mit und ohne Behinderungen sie gemeinsam besuchen können, sagte Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung laut Mitteilung.
Der Preis, der mit jeweils 3000 Euro dotiert ist, wird gemeinsam vom Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen Unesco-Kommission vergeben.
Gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern sei in Deutschland immer noch die Ausnahme, betonten die Initiatoren des Preises. Nur etwa jedes fünfte Kind mit Förderbedarf besuchte demnach 2008 eine allgemeine Schule. Insgesamt gebe es in Deutschland rund 483 000 Schülerinnen und Schüler, die sonderpädagogisch gefördert werden.
Das deutsche Förderschulsystem erweise sich dabei häufig als Sackgasse für die weitere Entwicklung behinderter Kinder. Fast drei Viertel der Förderschüler blieben ohne berufsqualifizierenden Schulabschluss. Größeren Erfolg verspreche dagegen eine Schule, in denen behinderte und nichtbehinderte Kindern gemeinsam lernten.
«Um Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen, muss unser Bildungssystem allen Kindern ermöglichen, in einem gemeinsamen Unterricht voll am schulischen Leben teilzuhaben», betonte der Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf. Für den Jakob-Muth-Preis hatten sich insgesamt 113 Schulen aus ganz Deutschland beworben. Der Preis wird am Donnerstag in Berlin verliehen.
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