Bahn diskriminiert

1. Sieger
Barrierefreies Ehrenamt
powered by
barrierefrei.de

Bahn diskriminiert

Behindertenverbände beklagen

Bahnreisende mit Behinderung werden ausgebremst

Robert

(bsk-iwi/pr) "Die Angebote für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sind mangelhaft. Wir fordern die Bahn AG sowie die Bundesregierung auf, dieser Diskrimierung schnellstens ein Ende zu machen", fordert Irmgard Winkler, stellvertretende Bundesvorsitzende im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.

Aus aktuellem Anlass hat der Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden e.V. (VKD) im BSK darauf aufmerksam gemacht, dass die gegenwärtigen Angebote der Bahn AG im Fernverkehr in keiner Weise den Ansprüchen insbesondere rollstuhlnutzender Fahrgäste genügen. Das betrifft sowohl das Fahrplanangebot als auch den erforderlichen Service.

(Siehe auch Aktion "Wir retten Robert" - blogspot)

Durch die Ausdünnung bzw. Streichung des ICE-Angebotes an den Knoten Dresden und Chemnitz, anteilig auch für Leipzig, sowie durch den teilweisen Einsatz älterer Züge ohne Beförderungsmöglichkeit für Rollstuhlfahrer sind für diesen Personenkreis erhebliche Erschwernisse entstanden.

Seit längerem ist es kaum möglich, Veranstaltungen, z. B. zur Weiterbildung oder zum Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Selbsthilfe außerhalb des Freistaates Sachsen zu besuchen ohne wegen unzureichender Fernverbindungen zusätzliche, für die Vereine kaum bezahlbare Übernachtungen zu buchen. Vergleichbare Probleme ergeben sich gerade jetzt bei der Nutzung der Bahn für Urlaubsreisen.

Da solche Reisen oft vor Beginn des Bahnhofsservice von DB Station & Service beginnen oder enden, werden insbesondere Fahrgäste im Elektrorollstuhl, für die technische Hilfen zwingend erforderlich sind, erheblich an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben behindert, zum Teil völlig ausgebremst.

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK), der Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V.(LSKS), die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V. (LAGSH) und der Verband Körperbehinderter der Stadt Dresden e. V. (VKD) halten daher die Forderungen rollstuhlnutzender Fahrgäste nach einer deutlichen Verbesserung der Mobilitätsangebote durch die Bahn AG für völlig berechtigt.

Sie unterstützen die Forderung an die Bahn AG und an die Bundesregierung, im Sinne der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung - schönen Worten und Druckschriften nun endlich Taten folgen zu lassen, eine deutliche Erweiterung des für Rollstuhlfahrer nutzbaren Fahrplanangebotes zu gewährleisten sowie die Bereitschaftszeiträume des Bahnhofsservice den Erfordernissen anzupassen.