Barrierefreier Ausbau

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Barrierefreier Ausbau

Bayern

Barrierefreier Ausbau der Bahnhöfe dauert noch lange

(dpa/bsk-pr) Bahn-Fahrgäste werden auch im kommenden Jahrzehnt noch auf vielen bayerischen Bahnhöfen einen Hindernislauf absolvieren müssen - doch sollen zumindest die wichtigen Stationen für 80 Prozent aller Passagiere bis 2014 barrierefrei ausgebaut sein. Die für die Bahnhöfe zuständige Bahntochter DB Station & Service sträubt sich jedoch, die Modernisierung der Bahnhöhe aus eigener Tasche zu bezahlen - weil dies das Betriebsergebnis beeinträchtigen würde. Das berichtete Hans Peter Göttler, der Leiter der Verkehrsabteilung im Wirtschaftsministerium, am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss im Landtag. Abgeordnete aller Fraktionen kritisierten das langsame Ausbautempo.

Bisher ist erst ein Drittel der rund 1000 bayerischen Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut, so dass das Einsteigen in den Zug ohne Stufen oder sonstige Hindernisse möglich ist. Ein weiteres Drittel ist «barrierefrei zugänglich». Das bedeutet, dass die Passagiere zwar den Bahnsteig ohne Treppenstufen erreichen können, dann aber beim Einsteigen klettern müssen. Fortschritte macht derzeit vor allem der Umbau der S-Bahnen in München und Nürnberg, wie Göttler berichtete.

Geplant oder bereits im Bau ist der barrierefreie Umbau bei einer ganzen Reihe größerer Bahnhöfe, darunter München-Pasing, Ingolstadt, Rosenheim, Augsburg, Rosenheim und Würzburg - auch wenn in Würzburg nicht vor 2018 mit der Fertigstellung zu rechnen ist.  «Wir sind auf einem guten Weg», sagte der  Ausschuss-Vorsitzende Erwin Huber (CSU).

Weniger rosig sind die Aussichten für die Landbewohner. «Auch im ländlichen Bereich gibt es Behinderte, Familien mit Kindern oder ältere Menschen mit viel Gepäck», mahnte der Allgäuer CSU-Abgeordnete Eberhard Rotter. «In einem Zeitrahmen von zehn bis 15 Jahren sehe ich keine befriedigende Lösung außerhalb der S-Bahnen.» Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Annette Karl forderte mehr Kundenorientierung von der Bahn. Der Grüne Martin Runge kritisierte, dass die Bahn schon die bisherigen - vergleichsweise bescheidenen - Anforderungen nicht erfüllt habe. «So ein Schneckentempo darf es nicht geben», sagte Runge.

Die Staatsregierung will beim nächsten «Verkehrsdurchführungsvertrag» für die bayerischen Regionalzüge die Anforderungen an die Bahn erhöhen - in Sachen Pünktlichkeit ebenso wie beim Komfort. So sollen «96 Prozent Pünktlichkeit» für den Bahn-Regionalverkehr vorgeschrieben werden, außerdem soll es wieder mehr Schaffner geben. Das Wirtschaftsministerium plant, der Bahn für Züge ab einer durchschnittlichen Zahl von 300 Passagieren aufwärts mindestens einen Schaffner vorzuschreiben ab 500 Passagieren zwei.

Außerdem sollen die Züge so viele Waggons haben, dass in der Regel jeder Fahrgast einen Sitzplatz findet - wobei aber Ausnahmen erlaubt sein sollen.